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Überbetriebliche
Ausbildung sieht die IG BAU als Zukunftsinvestition für
qualifizierte Nachwuchskräfte und die Branche, nicht als Strafe
Fakten: Das steckt dahinter
(Mai 2005)
Für jeden anerkannten Ausbildungsberuf in Deutschland
gibt es eine entsprechende Verordnung (Berufsbild), in der geregelt
wird, wie der Beruf heißt, wie lange er zu erlernen ist, was man zur
Prüfung können muss, und .... . Natürlich gibt es eine derartige Verordnung
auch für den Beruf Pferdewirt. Und genau die soll jetzt reformiert
werden, weil die alten Vorschriften noch aus dem Jahre 1975 stammen, als
die Mehrzahl der Azubis noch gar nicht geboren war. Eine Verordnung für
einen Ausbildungsberuf erstellen immer die sog. Sozialpartner, also
Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die von ihren jeweiligen
Interessenvertretungen vertreten werden: Arbeitgeberverband und
Gewerkschaften. Unter dem Dach des Bundesinstituts für Berufsbildung in
Zusammenarbeit mit dem verordnungsgebenden Ministerium für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft setzen sich die Sozialpartner zusammen und erarbeiten eine neue
Verordnung. Das Verfahren, man nennt das auch Neuordnungsverfahren,
beginnt mit der Einigung auf einen Eckwertevorschlag, das ist sozusagen
das gemeinsame Grundgerüst, das dann im weiteren Verfahren von sog.
Sachverständigen (4 sachverständige Arbeitgeber, 4 sachverständige
Arbeitnehmer der IG BAU) immer mehr
detailliert wird, bis der neue Ausbildungsberuf neu geregelt ist. Wenn
sich beide Seiten sputen, kann nach 1 bis 2 Jahren ein neuer
Ausbildungsberuf entstanden sein. [Wie entsteht eine
Ausbildungsordnung?]
Arbeitgeber noch im Winterschlaf?
(Mai 2005)
Obwohl die IG BAU schon Anfang April
mit ihrem Eckwertevorschlag die Diskussion um die Reform des Berufes
Pferdewirt eröffnete, scheinen die Arbeitgeber sich noch im
Winterschlaf zu befinden. Eine Reaktion der Arbeitgeber liegt Mitte Mai
immer noch nicht vor.
1.Fachgespräch
(9.Juni 2005)
Jetzt kommt Bewegung in das
Verfahren: Nachdem die IG BAU ihren Vorschlag vorgelegt hatte, kommt es
am 9.Juni 2005 zu einem Fachgespräch zwischen dem
Arbeitgeberverband, dem verordnungsgebenden Ministerium für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sowie der Gewerkschaft
IG Bauen Agrar Umwelt. Sinn eines Fachgespräches ist die Vorbereitung
eines Antraggespräches, das dann der offizielle Beginn eines
Neuordnungsverfahrens ist. [Wie entsteht eine
Ausbildungsordnung?]
2.
Fachgespräch (15.Juni 2005)
Nach grundlegenden Diskussionen und
großem Lob für den Eckwerte- Vorschlag der IG BAU prüft das
verordnungsgebende Ministerium einige rechtliche Konstellationen, wie
man mögliche Spezialisierungen im neuen Pferdewirt
"wasserdicht" regeln kann. Am 25.08.2005 treffen sich dann
wieder Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einem 2. Fachgespräch im Bonner Ministerium für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Ziel ist es, noch in
diesem Jahr zu einer von beiden Seiten akzeptierten Eckwerte-
Vereinbarung zu kommen. Dazu wird es aber nur kommen, wenn sich
Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig sind. Derzeit machen alle Beteiligte
ihre "Hausaufgaben" und bereiten sich auf das 2. Fachgespräch
intensiv vor. (26.Aug.2005) Nun
sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig, dennoch kommt es nicht in
absehbarer Zeit zu einem Eckwertegespräch sowie einer neuen,
praxisgerechten Verordnung in 2006! Frühestens in 2007 kann man mit
einem neuen Pferdewirt rechnen! Frust macht sich breit bei den
motivierten Gesprächspartnern, denn das verordnungsgebende Ministerium
rechnet mit Bedenken im Verordnungsverfahren, als die gemeinsam vorgetragenen Wünsche aller
Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter vorgestellt wurden! Ob
die berühmt berüchtigte Kuh vom Eis kommt, wird man bei einem weiteren
Fachgespräch am 09.11.2005 in Hannover sowie einer kleinen Runde aus
Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Vertretern der zuständigen Ministerien
(Bildung und Landwirtschaft) am 20.09.2005 sehen. Nur
eines, da sind sich alle Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter einig,
wird es nicht geben: Eine Verordnung, die nur auf dem Papier steht und
an die sich dann sowie so keiner halten wird und kann!
Fachgespräche
muss man vorbereiten(5.Jul.2005)
Nur wenn man sich gut vorbereitet,
kann man auch überzeugend argumentieren. Deshalb trifft sich die aus
anerkannten Bildungs- und Pferdeexperten (allesamt mit Stallgeruch)
besetzte Arbeitsgruppe der IG BAU am 19.07.2005 in Hannover, um das
Fachgespräch vom 25.08.2005 in Bonn vorzubereiten. Neben vielen
Detailfragen steht ganz oben auf der Beratungsliste die zukünftige
Struktur des neuen Pferdewirtes. Am Ende eines langen Arbeitstages steht
ein überarbeiteter Eckwertevorschlag auf dem Computer der mehrheitlich
ehrenamtlich arbeitenden IG BAU- Mitglieder. Mal sehen, was die anderen
dazu sagen? (26.Aug.2005) Um es
gleich zu beantworten: Sie waren begeistert. Praxisgerecht, hilfreich,
innovativ, das waren die Kommentare aller Teilnehmer am 2.
Fachgespräch. Dann hat sich die Arbeit ja gelohnt. Jetzt muss nur noch
das verordnungsgebende Ministerium überzeugt werden. Mal sehen ... .
"Kleines"
Fachgespräch(20.09.2005)
Nach dem für alle Seiten
frustrierenden Fachgespräch vom 26.08.2005 muss doch wieder Schwung in
die Neuordnung des Pferdewirtes zu bekommen sein! Lust statt Frust! Mit
diesem festen Willen trafen sich die Spitzen der Arbeitgeber und der
Arbeitnehmer zusammen mit je einem Vertreter bzw. Vertreterin des
verordnungsgebenden Ministeriums (Landwirtschaft) sowie des Ministeriums
für Bildung und Forschung. Frohe Kunde aus Bonn: Die Kuh, besser gesagt
das Pferd, ist wohl vom Eis!
Alle Beteiligten der Sitzung in Bonn
einigten sich auf den Monoberuf Pferdewirt mit verschiedenen, neuen und
bewährten Fachrichtungen. In der gemeinsamen Grundqualifikation aller
Pferdewirtauszubildenden werden dann zwar die selben Fertigkeiten und
Kenntnisse formuliert, die aber in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben
mit den unterschiedlichen Fachrichtungen erworben werden können. Bei
einigen Grundqualifikationen wird dieses in der Verordnung auch konkret
so formuliert, damit die Verordnung die Ausbildungswirklichkeit korrekt
beschreibt und so eine höhere Akzeptanz bei den Betroffenen, besonders
den Auszubildenden und deren Ausbildern, erhält. Beispielsweise könnte
der Ausbildungsinhalt Bewegen und Arbeiten von Pferden mit dem Zusatz
formuliert werden, dass man/frau dieses entweder mit Sportpferden oder
Zuchtpferden, Westernpferden, Rennpferden, ... erlernt und dann in der
Zwischenprüfung auch so nachweist. Im letzten Ausbildungsabschnitt
werden dann die jeweiligen Fertigkeiten und Kenntnisse, je nach
gewählter Fachrichtung, noch weiter individuell vertieft. Nach dieser
Struktur könnte man dann mit dem Pferdewirt in der Fachrichtung Reiten
oder Zucht oder Rennreiten, oder ... abschließen.
Soweit das Ergebnis des
"kleinen" Fachgespräches in Bonn, das dann noch am 17.10.2005
gemeinsam von Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit Inhalt gefüllt werden
muss. Wenn das so klappt und alle Beteiligten ihre Zustimmung geben,
dann kann es am 09.11.2005 doch noch zum erhofften offiziellen
Eckwertegespräch kommen und damit dann das offizielle
Neuordnungsverfahren mit der Arbeit der Sachverständigen beginnen.
Vorher mahnt die IG BAU aber noch an, sich ganz konkret über die
Einführung von überbetrieblichen Ausbildungen, z.B. zwei Wochen
innerhalb der Berufsausbildung, zu verständigen, damit die schon jetzt
geübte Praxis der komprimierten Berufsausbildung
(Vorbereitungslehrgänge, Prüfungslehrgänge, usw.) endlich aus einer
Grauzone kommt und so rechtlich eindeutig in der neuen
Pferdewirt-Verordnung geregelt wird.
Der neue Pferdewirt steht auf der
Kippe!(17.10.2005)
Obwohl die Praktiker sich einig
sind, dass zu einer qualifizierten Pferdewirtausbildung auch überbetriebliche
Ausbildung gehört, lehnen die landwirtschaftlichen Arbeitgeber plötzlich
eine entsprechende Regelung in der Verordnung ab. Das kommt überraschend
und ist ein wenig unverständlich, weil der viel gelobte
Eckwertevorschlag der IG BAU von Anfang an eine überbetriebliche
Ausbildung vorsah (s. Apr. 2005) und nun kurz vor einer Einigung das
NEIN sehr wahrscheinlich geworden ist. Viele am Verhandlungstisch
waren fassungslos und sehen ihre umfangreichen Vorarbeiten, so kurz
vor der Einigung, schon im berühmt berüchtigten Papierkorb. Was
tun? Abreisen? Aufhören? Weitermachen? Auf Wunsch aller Anwesenden
wurden dann alle weiteren Eckwerte einvernehmlich geregelt und
festgeschrieben, bis auf die überbetriebliche Ausbildung. Das letzte
Wort wollen bis Ende Oktober die Arbeitgeber dann schriftlich abgeben.
Eigentlich sollte schon Anfang November der offizielle
Neuordnungsbeginn vereinbart werden. Mal sehen, ob die Arbeitgeber
diesen Termin absagen? Der einhellige Wunsch aller Anwesenden ist
jedoch, dass die Arbeitgeber sich ein wenig zu einem Kompromiss
durchringen können, damit der neue Pferdewirt dann doch noch kommen
kann. Gerade im Beruf Pferdewirt ist eine eindeutige Regelung
notwendig, weil alle Praktiker wissen, dass es in einem nicht zu
vernachlässigen Umfang Wildwuchs in der Berufsausbildung zum
Pferdewirt gibt (60 h/Woche, 2 Tage frei im Monat, keine
Schutzkleidung, Berufsschulverbot, usw.), bei dem nicht selten die
Azubis die Suppe auslöffeln müssen. Nicht umsonst ist die
Durchfallerquote im Beruf Pferdewirt doppelt so hoch wie in anderen
landwirtschaftlichen Ausbildungsberufen. Was ganz besonders auffällig
ist, dass es beim Pferdewirt eine bis zu 80%ige Abbrecherquote gibt!
Warum wohl. Vielleicht bewegen sich die Arbeitgeber ja doch noch und
lassen sich von den guten Argumenten der Praktiker leiten?
Übrigens: Bei einem Turnier wäre
das Verfahren einfacher: Eine Verweigerung bringt Strafpunkte ...
Derzeit
geht gar nichts! (5.11.2005)
Das verordnungsgebende
Ministerium hat nicht zum Eckwertegespräch laden können, da sich die
Arbeitgeber nicht annähernd zu einem angemessenen Kompromiss bei der
Überbetrieblichen Ausbildung durchringen wollten.
Aber auch ohne Einigung
bei der Überbetrieblichen Ausbildung passieren seltsame Dinge. Obwohl
mit Bildungs- und Landwirtschaftsministerium ausdrücklich abgesprochen
(s. 20.09.20059) und unter ausdrücklicher Zustimmung ("Da müssen
wir uns alle einig sein!") des Arbeitgebervertreters werden jetzt
schon wieder die Fachrichtungen in Frage gestellt, die in mühsamer
Diskussion erarbeitet wurden. Befragt man derzeit die bei der Neuordnung
beteiligten Praktiker, die, die tatsächlich Stallgeruch haben, dann
registriert man nur noch Kopfschütteln. Ein Großteil der engagiert
mitarbeitenden Pferdeleute hat den Spaß und den Glauben an eine
Neuordnung verloren, denn alles was bisher in mühevoller Detailarbeit
erarbeitet wurde, ist nur noch Schmierpapier!!
Eine innovative
Neuordnung wird es so jedenfalls nicht geben, denn es steht zu
befürchten, dass sich die wirklichen Fachleute von einem erfolglosen
Verordnungsverfahren trennen werden und nicht mehr bereit sind, ihre
knappe Zeit mit nutzlosen Diskussionsrunden zu vergeuden. Schade, wenn
Chancen so vertan werden... .
Übrigens: Dabei
weiß jeder Stallmeister: In dem
man Pferde gegen die Wand reitet, löst man keine Probleme. Ganz im
Gegenteil!
Was gilt eigentlich noch? (26.11.2005)
Mit
Schreiben vom 21.11.2005 bedauert das Bundesministerium für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, dass es zu keiner
Einigung bei der Vorlage eines gemeinsames Eckdatenpapiers im
Neuordnungsverfahren des Berufes Pferdewirt gekommen ist. Soweit
richtig.
Weiter wird
erklärt, "dass nach Auffassung der Bundesressorts eine
Untergliederung dieses Berufes in acht Fachrichtungen - auch mit Blick
auf die Zahl der Auszubildenden - als zu weitreichend und nicht
sachgerecht angesehen wird. Eine Erklärung wird hierfür nicht
geliefert"
Ups,
noch beim sog. "Kleinen" Fachgespräch am 20.09.2005 wurde vom
Landwirtschafts- und Bildungsministerium den anwesenden
Teilnehmern nach anfänglichem "Knurren" mitgeteilt, dass,
vorbehaltlich die jeweiligen Fachrichtungen sind in der Lage, ihren
Bedarf glaubhaft nachzuweisen, die bisher diskutierten Fachrichtungen in
ein Eckwertepapier aufgenommen werden dürfen! Entsprechend wurde das
Eckwertepapier vorbereitet. Das gilt nun nicht mehr! Was schert mich
mein Gerede vom Vortag? Alle Arbeit umsonst! Wie geht man/frau
eigentlich mit uns zukünftigen Bundessachverständigen um, die
hart in ihrer Freizeit gearbeitet hatten?
Übrigens: Haben
diejenigen Mahner doch recht, die schon bei Beginn des Neuordnungsverfahren
geunkt hatten, bloß nicht zu viel Arbeit und Engagement in das
Neuordnungsverfahren zu stecken?
Der
Streitfall: Überbetriebliche Ausbildung (26.11.2005)
Fast
alle Pferdewirtauszubildenden in Deutschland kommen in den Genuss zusätzlicher
Lehrgänge (Deula, Deutsche Reitschule, Landesreitschule, Jockeyschule,
Vielseitigkeitslehrgang, ...) und alle Beteiligten wissen, dass es ohne
diese zusätzlichen Ausbildungen eigentlich nicht geht.
Nur
standen diese bisher rechtlich auf ganz wackeligen Schuhen, und deshalb
haben vereinzelt Ausbildungsbetriebe diese zusätzlichen Kurse nicht
bezahlt. Die Azubis standen buchstäblich im Regen: Entweder auf die prüfungsrelevanten
Ausbildungsinhalte verzichten oder aber selber zahlen!
Deshalb
hat die IG BAU von Anfang an eine Überbetriebliche Ausbildung (ÜA) bei
der Neuordnung zum Pferdewirt vorgesehen, bei der die Finanzierung
eindeutig festgelegt ist.
Dagegen
wehren sich bekanntlich die Arbeitgeber und nun auch das
Landwirtschaftsministerium: So wird schriftlich darauf aufmerksam
gemacht, dass dies grundsätzlich nur bei Vorliegen entsprechender
tariflicher Vereinbarungen der Sozialpartner geschehen soll.
Dabei
steht im neuen Berufsbildungsgesetz: "Die Ausbildungsordnung kann
vorsehen, dass Teile der Berufsausbildung in geeigneten Einrichtungen außerhalb
der Ausbildungsstätte durchgeführt werden, wenn und soweit es die
Berufsausbildung erfordert (überbetriebliche Berufsausbildung)" (§
5 BBiG).
Warum
wehrt sich das Ministerium eigentlich so gegen die überbetriebliche
Ausbildung?
Pferdewirtausbildung:
Rückfall in die Steinzeit?
Übrigens:
"Das duale Bildungssystem ist nur überlebensfähig, wenn es zu
einem Prämiumsystem wird!" (Dr. Bernd Voigt, Präsident des
Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie)
Doch noch die Kurve gekriegt?(09.12.2005)
Die besinnliche
Weihnachtszeit scheint es geschafft zu haben: Arbeitgeber und Arbeitnehmer
haben sich doch noch auf einen gemeinsamen Eckwertevorschlag für die
Neuordnung der Pferdewirtverordnung einigen können und werden diesen noch
in dieser Woche dem verordnungsgebenden Ministerium vorlegen. Wenn dort in
Bonn auch der friedliche Duft von Spekulatius und Punsch durch die Büros
zieht, kann es dann tatsächlich in Kürze zum verbindlichen
Antragsgespräch kommen, mit dem die offizielle Neuordnung des Berufes
Pferdewirt dann beginnen kann.
Na denn, Friedliche
Weihnachtszeit!
Geeinigt - Nur keiner weiß es! (15.12.2005)
Obwohl die Sozialpartner den
Konfliktfall "Überbetriebliche Ausbildung" gelöst haben,
passiert einfach gar nichts - einfach gar nichts.
Nicht einmal die
Arbeitgebervertreter der vorherigen Fachgesprächen wissen, was läuft,
keiner hat sie informiert. Dabei wissen die Gewerkschafter längst, dass die
Kuh vom Eis ist und warten, warten und warten ...
Bleibt leider fest zu halten,
dass die Chance, in der Verordnung zum Pferdewirt eine qualifizierende,
überbetriebliche Ausbildung zu regeln, endgültig vergeben ist. Darüber
klagen übrigens nicht nur die Gewerkschaftsvertreter, sondern auch
renommierte Arbeitgebervertreter, die sich immer lauter fragen, wie sie
eigentlich von ihrem Verband vertreten werden.
Der
Winter dauert in diesem Jahr bekanntlich länger! (25.03.2006)
Im April schein allgemein
der Winterschlaf beendet zu sein: Das Landwirtschaftsministerium bittet
um einen Termin zu einem vorbereitenden Eckwertegespräch, das, falls
die Vorbehalte des Ministeriums gelöst werden können, in ein
Eckwertegespräch übergehen kann.
Über welche Vorbehalte reden wir
eigentlich?
Wäre es nicht wichtig, sich vorher mit diesen Fragen
auseinander zu setzen? Gut vorbereitet diskutiert sich besser!? Die
Vertreter der IG BAU sind ein wenig irritiert, denn Ende März 2006
wissen fast alle Arbeitnehmervertreter der vorbereitenden
Neuordnungsgespräche nicht, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf
einen Eckwertevorschlag geeinigt haben. Von einer Terminsuche ist
auch nichts bekannt. ... Der Winter dauert in diesem Jahr bekanntlich
etwas länger.
Es geht tatsächlich weiter!? (04.05.2006)
Nach unendlich langen
Termindiskussionen ist es doch tatsächlich gelungen, ein neues
Fachgespräch ein zu beraumen. Dabei meint das
Landwirtschaftsministerium: "Ausdrücklich soll dieses Fachgespräch,
unter dem Vorbehalt, dass die offenen Punkte geklärt werden können, unter
der Option geführt werden, es in ein Antragsgespräch münden zu lassen.
Termin: 2. Jun. 2006, 10:30 - 13:30. Sollte es doch tatsächlich weiter
gehen?
Beim
Landwirtschaftsministerium gibt es VIPs...(30.05.2006)
...und die anderen bleiben dumm!
Kurz vor dem lang ersehnten
Fachgespräch, mit der Hoffnung, die Eckwerte für den neuen Pferdewirt
beschließen zu können, platzt eine Bombe:
Ein Teil der Arbeitgeber trifft sich
heimlich mit dem Vertreter des Landwirtschaftsministerium. Auf dem
Programm steht ein ganz neuer Zuschnitt des Berufes!
Obwohl das Land- und
Bildungsministerium den gemeinsamen Vorschlag der Sozialpartner am
20.09.2005 genehmigt hatten, unendlich viel Zeit und Geld von den
Sozialpartnern investiert wurde, ist die gesamte Arbeit wohl Makulatur!
So geht es nicht! Am Freitag
diskutieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht auf Augenhöhe und nicht
mit dem selben Sachstand! Es wird gut informierte und weniger gut
informierte Teilnehmer beim Fachgespräch geben. Die einen sind eben die
VIPs, die anderen sind halt das Fußvolk! Unmut macht sich breit,
Gerüchte kreisen und von Konsequenzen ist die Rede! Die Stimmung ist
explosiv.
Wenn Ministerialbeamte am Schreibtisch
entscheiden:
Einheitssuppe Pferdewirt!(02.06.2006)
Wer bestimmt eigentlich, wie der neue
Pferdewirt aussehen soll? Beamte der Ministerien, die alle schon einmal ein
Pferd gestreichelt haben oder Praktiker, die täglich erfolgreich mit
Pferden umgehen und selber auch ausbilden?
Die derzeitige Lage ist verfahren. Auf den
Punkt gebracht geht es darum, ob sich Praktiker mit Stallgeruch oder
Ministerialbeamte mit Bürogeruch durchsetzen.
Worum geht es eigentlich? Während alle
Praktiker möchten, dass es zukünftig auch noch einen Pferdewirt Bereiten,
Pferdewirt Westernreiten, Rennreiten, usw. gibt, weigern sich die
Ministerialbeamten hartnäckig, diese Unterteilung mit zu tragen. In den
Bürostuben hat man sich darauf versteift, nur noch einen Pferdewirt in der
Fachrichtung Reiten zuzulassen, egal, ob er auf der Rennbahn, dem
klassischen Dressurviereck, der Töltbahn, der Westernarena, dem
Fahrviereck, der barocken Manege oder dem Longierzirkel gelernt hat,
auf dem Abschlusszeugnis wird immer das selbe stehen: Pferdewirt in der
Fachrichtung Reiten.
Die Praktiker der IG BAU und der
Arbeitgeber sind entsetzt! Zukünftig soll nicht einmal mehr aus der
Berufsbezeichnung deutlich werden, ob es sich um einen Westernreiter,
Rennreiter oder Bereiter handelt! Woran werden Kunden dann zukünftig
erkennen, ob ihnen ein Rennreiter, Westernreiter oder ein klassischer
Bereiter ihr Pferd ausbildet? Woran können Eltern erkennen, ob eine
versierte Fachkraft ihren Kindern qualifizierten Reitunterricht erteilt und
übrigens auch über deren Gesundheit entscheidet? Woran kann ein Arbeitgeber dann
einschätzen, wen er da einstellt? Wie kann ein Gerichtsgutachter noch
beurteilen, ob ein Reitlehrer eine qualifizierte Ausbildung hat?
Das Problem der Diskussion, die sich immer
nur im Kreise dreht und eine zweijährige Vorbereitung einfach über den
Haufen wirft, ist, dass viele Dinge, die einmal von den Ministerialbeamten
gesagt wurden, plötzlich nicht mehr gelten! Die Praktiker sind schier
sprachlos, dass...
... das "Ok" zur Struktur des
neuen Pferdewirtes angeblich nie gegeben wurde, obwohl alle wissen, dass es
die Genehmigung gab. Warum wurde eigentlich genau von dieser Sitzung nie ein
Protokoll geschrieben?
... Teilnehmer bei dem Fachgespräch am 02.06.2006
behaupten, bei allen Sitzungen der letzten zwei Jahre dabei gewesen zu sein,
obwohl sie keiner kennt.
... genau vor einem Jahr vom Ministerium
für den jetzt von Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorgelegten
Eckwertevorschlag geworben wurde, dass sich die klassischen Reiter jetzt
endlich wieder Bereiter nennen dürfen. Nur ein Jahr später soll dieser
Begriff nicht mehr zulässig sein.
... plötzlich sich ganz viele
Ministerialbeamte als Hippologen outen und früher auch schon mal mit dem
Pony ein Wägelchen gefahren haben. Wenn Pferdefreunde, die glauben, alles
zu überblicken, Hippologen die Welt erklären wollen, wird es
schwierig.
... alle erstmalig zum Fachgespräch
geladenen Teilnehmer unisono gegen das sind, was von der IG BAU und den
Arbeitgebern in zwei Jahren erarbeitet worden ist. Sauber in
Einzelgesprächen gegen den Eckwertevorschlag der Sozialpartner vorbereitet?
Das ist das Ergebnis, wenn vor den Türen mehr geredet wird, als hinter den
Türen, wenn nur mit ausgewählten Gesprächspartnern und nicht offen mit
allen Teilnehmern gesprochen wird. Schon letzte Woche mussten die Praktiker
erkennen, dass es offensichtlich VIPs beim Ministerium gibt. Eine
Verhandlungsführung, die grundsätzlich Misstrauen erzeugt und niemals
Transparenz schafft.
Kurz vor Abbruch des Fachgespräches
machen dann die nach Pferd riechenden Praktiker der IG BAU einen
entscheidenden Vorschlag, mit dem alle Seiten eigentlich leben können
müssten: 5 Fachrichtungen im neuen Pferdewirt: Zucht - Management -
Bereiten - Pferderennen - Spezialpferdereiten.
Die Ministerialbeamten versprechen, diesen
Kompromissvorschlag weiter prüfen zu lassen, nachdem alle Praktiker
deutlich machten, dass sie mit diesem Kompromissvorschlag durchaus leben
könnten. Alles wird gut?
Was der Stallmeister schon wusste: (Büro)-
Staub
muss im Pferdestall unbedingt vermieden werden, denn er macht Pferde
dämpfig. Und dämpfige Pferde sind meist ein Fall für den Schlachter!
Winterruhe(07.01.2007)
Es ist schon wieder Winter, es ist schon
wieder ein Jahr vergangen. Aber bei der Neuordnung des Berufes Pferdewirt
passiert gar nichts, rein gar nichts. Zwei Jahre ohne irgendein Ergebnis.
Auf der Homepage des
Bundesinstitut für Berufsbildung steht übrigens, dass es 2008 eine neue
Pferdewirtverordnung gibt. Wer hat das denn geschrieben? Bleigießen am
Sylvesterabend? Die Sozialpartner sind sich immer noch einig aber ratlos.
Schneckenwirt (01.06.2007)
Der Pferdewirt gerät in
Vergessenheit. Alt und verstaubt wird er bleiben. Weder Arbeitgeber noch
Ministerium rühren sich. Pferdewirt oder Schneckenwirt?
Arbeitgeber machen ihre Hausaufgabe nicht!
(23.06.2007)
Genau 1 Jahr ist es her, dass Arbeitgeber
und FN versprochen haben, inhaltlich die geplanten 5 Fachrichtungen (Zucht - Management -
Bereiten - Pferderennen - Spezialpferdereiten) zu beschreiben und so ihre
Notwendigkeit zu begründen. Die IG BAU, die seinerzeit sich mächtig für
die Fachrichtungen im Beruf Pferdewirt einsetzte und auch den
Kompromissvorschlag auf den Tisch legte, fragte jetzt beim
Landwirtschaftsministerium nach, warum im Beruf Pferdewirt denn nichts
passiert. Die Antwort des Ministeriums löste einiges Erstaunen aus: Seit
einem ganzen Jahr wartet das Ministerium auf ein Argumentationspapier der
Arbeitgeber und der FN. Bisher vergebens. Fachleute des Ministeriums haben
sogar den Verdacht, dass die Arbeitgeber mauern und nicht wirklich einen
modernen Pferdewirt wollen. Auf jeden Fall ist man in Bonn der Meinung, dass
der Beruf Pferdewirt durch die fehlenden Hausarbeiten der Arbeitgeber mittlerweile
Schaden nimmt. Noch ist es möglich, die nicht abgegebenen Hausaufgaben noch
bis zum Schuljahresende abzugeben. Sonst heißt es: Klassenziel nicht
erreicht, nicht versetzt! In diesem Falle würde das Ministerium selber den
Beruf neu ordnen, ohne die Arbeitgeber.
Notstand: Beim Bauernverband sind die
Briefmarken hinter die Heizung gefallen!(09.02.2008)
Wenn die Gerüchte in den
Pferdeställen stimmen, dann gibt es schon seit Ende 2007 einen
Eckwertevorschlag der Arbeitgeber. Aber leider fehlen scheinbar die
Briefmarken, um den Eckwertevorschlag zur Gewerkschaft IG Bauen Agrar
Umwelt zu senden. Mittlerweile sind die Verzögerungen der
Arbeitgeber nicht mehr nachvollziehbar! Oder doch nur Taktik?
Sagen die Arbeitgeber nicht immer, sie
wären schneller, unbürokratisch, effizienter, innovativer, weil sie ja
privatwirtschaftlich arbeiten müssen und deshalb den Gewerkschaften
haushoch überlegen sind?
www.pferdewirtpruefung.de
ist natürlich bereit, dem Deutschen Bauernverband die Portokosten zu
erstatten, damit die Gewerkschaft endlich Post bekommt und die
Pferdewirte ein ordentliches Berufsbild. Versprochen!
Wir helfen! Wir sind Deutschland!
Wir lassen den Bauernverband nicht im Stich!
Tari- Tara, die Post ist da!(04.03.2008)
Am 18.02.2008 ist doch tatsächlich Post
vom Deutschen Bauernverband bei der Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt
eingegangen: Der Eckdatenvorschlag liegt vor und kann von den Sozialpartnern
diskutiert und dann abgestimmt werden. Damit wird die Grundvoraussetzung
geschaffen, zu einer neuen Verordnung zu kommen. Wenn man so bedenkt, dass
der erste Tagebucheintrag vom April 2005 stammt und darin berichtet wurde,
dass die Gewerkschaft mit einem Neuordnungsvorschlag die notwendige Reform
des Berufes Pferdewirt einläutete ...
!Jetzt geht's los!(16.04.2008)
Heute ist ein guter Tag für die
Pferdewirte! Die beiden Sozialpartner, die Pferdewirtgewerkschaft Bauen
Agrar Umwelt und der Deutsche Bauernverband haben sich entschlossen, einen
gemeinsamen Eckwertevorschlag dem Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorzulegen und bitten das Ministerium
um einen raschen Termin für ein Fachgespräch, welches möglichst in einem
offiziellen Antragsgespräch münden sollte. Das Antragsgespräch ist dann
der offizielle Startschuss für die Arbeit der Sachverständigen, die dann
in einem knappen Jahr die neue Verordnung erstellen werden.
Auf nach Bonn!(06.06.2008)
Am 26.06.2008 ist es soweit: Das
Antragsgespräch für den Beruf Pferdewirt ist angesetzt. Wenn sich an
diesem Termin alle Beteiligten auf bestimmte Grundlagen verständigen
können, geht die Neuordnung endgültig ihren Gang. Kommt die Neuordnung
doch noch in 2009?
Fast wie
Weihnachten: (26.06.2008)
Die Eckwerte zur
neuen Verordnung Pferdewirt sind beschlossen. Demnächst gibt es fünf
Fachrichtungen, damit auch alle Reitweisen zu ihrem Recht kommen und mit
der Berufsausbildung starten können. Gründe für ein sog. Praktikum
kann es dann nicht mehr geben!
Ran an die Arbeit! (13.02.2009)
Am 17.02.2009 und
18.02.2009 findet in Bonn beim Bundesinstitut für Berufsbildung die 1.
Sachverständigensitzung zur Novellierung des anerkannten Ausbildungsberufes
"Pferdewirt/Pferdewirtin" statt. Vertreter der Arbeitgeber
(Deutscher Bauernverband) und der Arbeitnehmer (Gewerkschaft Bauen Agrar
Umwelt), die sog. Sachverständigen, beginnen die Erarbeitung der neuen
Ausbildungsordnung. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit von Vertretern
des Bundesinstitutes für Berufsbildung, dem Bildungsministerium, dem
Landwirtschaftsministerium und der Kultusministerkonferenz, die zeitgleich
einen Lehrplan für die Berufsschulen passend zur neuen Verordnung
erarbeitet. An dieser Stelle wird es zeitnah weitere Infos über den am
17./18.02.2008 festgelegten Zeitrahmen geben. Dann kann abgeschätzt werden,
ob es den neuen Pferdewirt/in ab 2010 geben kann.
Yes, we can!(18.02.2009)
Die erste Arbeitssitzung
zur Neuordnung des Berufes Pferdewirt war zwar arbeitsreich, aber sehr
konstruktiv. Regelrecht gute Laune hatten die Sachverständigen der
Gewerkschaft IG BAU und der Arbeitgeber und so machte die Arbeit für den
Beruf Pferdewirt richtig Spaß! Rückwirkend betrachtet war es gut, dass um
die Konstruktion des neuen Pferdewirtes jahrelang hart gestritten wurde.
Jetzt waren die Fronten klar, eine Linie von allen akzeptiert und im
Vordergrund dann in Bonn die Gestaltung des Berufsbildes zum Nutzen
aller Pferdewirtazubis und auch der Ausbildungsbetriebe stand. Das
Arbeitspensum ist erheblich, denn in jedem Monat wird es bis September
zweitägige Tagungen geben. Um diese vorzubereiten, muss es dazwischen noch
zahlreiche Abstimmungsgespräche geben. Auch bei der Neuordnung gibt es
Hausaufgaben. Weil die Sachverständigen und die Beamten der Ministerien so
fleißig sind, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit im Sommer 2010 den
neuen Pferdewirt geben.
Pferdegeruch
(28.04.2009)
Bereits zum 3. mal
reisten die Sachverständigen an, um die neue Verordnung Pferdewirt/in
auf den Weg zu bringen. Diesmal allerdings traf man sich nicht in Bonn,
sondern im Vollblutgestüt Rietberg, um so mit Pferdegeruch eine
möglichst praxisnahe Verordnung zu kreieren. Bisher liegen die
Sachverständigen, weil sie so fleißig und konzentriert arbeiten und
vom Berufsbildungsinstitut und dem Landwirtschafts- und
Bildungsministerium optimal unterstützt werden, gut in der Zeit. Alle
Sachverständigen betonen, dass es zwar viel Arbeit ist, es aber riesig Spaß
macht. Was will man mehr?
Auf
die Prüfung fertig los! (28.05.2009)
Bei ihrer bereits 4. Sitzung
beschäftigten sich die Sachverständigen mit den Prüfungen. In dieser
verantwortungsvollen Arbeit legen die Sachverständigen zusammen mit den
Ministerien und dem Bundesinstitut für Berufsbildung fest, was ein
Pferdewirt/in in der Zischen- und Abschlussprüfung können muß.
Hauptaugenmerk wird darauf gelegt, dass die Auszubildenden ihr berufliches
Können wirklich auch in praktischen Situationen beweisen. Das Aus für
Ankreuzfragen ist beschlossene Sache. Stattdessen bekommen die
Auszubildenden bei ihren Prüfungen komplexe Aufgaben, die dann unter den
Augen der Prüfer erledigt werden müssen. Eine solche Aufgabe könnte
lauten: Beschreiben Sie in diesem Stall das Klima (Luftfeuchtigkeit und
Temperatur messen), bewerten Sie die Messergebnisse und machen Sie konkrete,
begründete Vorschläge, wie das Stallklima in diesem Stall verändert
werden kann. Sie dürfen diese Vorschläge, so weit wie möglich, auch im
Stall erproben. Ihre Ergebnisse präsentieren Sie dann dem
Prüfungsausschuss. Für diesen Prüfungsteil haben Sie 1,5 h Zeit.
Nun hakt es doch!(25.06.2009)
Bisher lief alles wie geschnitten Brot.
Jetzt hakt es aber doch.
Das muss erklärt werden:
Nach dem Regelwerk des Bundesinstituts für Berufsbildung haben sich die
Sachverständigen darauf vorbereitet, die Abschlussprüfungen zu regeln.
Dazu gab es eine schriftliche Handanweisung aus dem Jahr 2007. Plötzlich gilt die nicht mehr. Großes Erstaunen und Frust macht sich breit. Einmal
alles für den Papierkorb. Das gilt auch für die Sachverständigen, die
ihre vorbereitende, stundenlange Arbeit umsonst gemacht haben. Die, die
vorsichtshalber nichts gemacht haben, fühlen sich bestätigt und lächeln.
Und noch eine ungute
Entwicklung zeichnet sich ab: Nachdem das Bildungsministerium dringend
"gebeten" hat (mal ist es eine Anweisung, mal eine Empfehlung),
zwei Prüfungsbereiche von fünf komplett schriftlich zu prüfen, damit sich
die Berufsschulen auch genügend in der Prüfung repräsentiert fühlen,
geht der Trend einiger Sachverständiger dazu, z.B. Fütterung,
Futterlagerung, Weidezaun, Anatomie, Pathologie, Vorsorge, Stallklima,
Pferdetransport, Stalltechnik, Betriebswirtschaft und WiSo komplett
schriftlich abzuprüfen. Auf der anderen Seite steht dann das Reiten,
Longieren, Unterrichten. Das ist schlecht, denn die Prüfung begibt sich
dann wieder in alte Muster. Hier die auswendig zu lernenden Theoriefragen
und da die Praxisnoten im Reiten. Erfahrene Prüfer wissen wie das ausgeht:
Unwichtige, lästige Theorie, die man gerne reflexartig auswendig lernen
lässt und anspruchsvolle Praxis. Überspitzt formuliert: Doof, aber gut Reiten. Die
Ausbildungsbetriebe werden das lieben, denn für die Theorie ist dann nur
noch die Berufsschule zuständig. Im Betrieb findet das dann nicht mehr
statt. Viele Ausbilder verzichten dann auf den theoretischen Unterbau bei
ihren Azubis, ist man ja auch nicht mehr zuständig. So wird sicherlich
argumentiert. Die IG BAU sieht schon ein ganz großes Problem: Da viele
Azubis lieber 60 Stunden in der Woche ihrem Ausbildungsbetrieb zur
Verfügung stehen müssen und deshalb "leider" nicht die Schule
besuchen "können", wird es große Wissensdefizite bei vielen
Azubis geben. Die schriftliche Prüfung macht dann so manche gute Prüfung
kaputt. Die Folge wird sein, dass die Prüfungskommissionen dann die Theorie
heruntersetzen, weil, die ist ja nicht so wichtig, die Hauptsache, die
Stifte kommen mit dem Pferd klar.
Das ist nicht das, was durch
die Reformierung des Pferdewirtes erreicht werden sollte. Eigentlich, so
heißt es, will man prozessorientierte Prüfungen, also komplette,
praxisgerechte Betriebsabläufe, die dann gesamt mit unterschiedlichen
Prüfungsinstrumenten abgeprüft werden: Praktisches Tun, Fachgespräch,
Präsentation, schriftliche Arbeit, usw. Am Ende sollte dann eine Note für
den Prüfungsbereich stehen.
Wenige Tage nach der
Sachverständigensitzung und nach dem Formulieren der oberen Zeilen, kommt
das Protokoll der Kultusministerkonferenz (die machen die Schullehrpläne
zur neuen Verordnung). Diskutiert wird u.a., dass die schriftliche Prüfung
für alle Fachrichtungen in ganz Deutschland gleich sein und die
Prüfungsaufgaben von der Berufsschule stammen sollen. Die Prüfung fände
dann in der Schule statt und diese Noten zusammen mit einer
Schulabschlussprüfungsnoten gehen dann in die Abschlussprüfung ein. Damit
würde dann die schriftliche Abschlussprüfung komplett in der Verantwortung
der Schule liegen, die jeweiligen Prüfungsausschüsse wären, obwohl
rechtlich zuständig und verantwortlich, völlig ohne Einfluss bei der
schriftlichen Prüfung. Die Gewerkschaft IG BAU findet diesen Vorschlag
nicht sinnvoll, da so die duale Berufsausbildung unterlaufen wird. Wenn die
schulische und die betriebliche Berufsausbildung vermischt wird, sieht die
Pferdewirtgewerkschaft die berufliche Qualifizierung der Pferdewirte in
Gefahr. Bei einer zunehmenden Verstaatlichung und Verschulung wird das
bewährte duale System in Frage gestellt. Jetzt versteht man erst richtig,
warum die Kultusministerkonferenz dringend darum "bittet", ganze
Prüfungsbereiche komplett schriftlich zu gestalten, damit sie dann ganz in
die Zuständigkeit der Schulen übergeht. Man kann nur hoffen, dass sich
alle Sachverständigen bei der Neuordnung des Berufes Pferdewirt dieser
Gefahr bewusst sind und schriftliche und praktische Prüfungen gut mischen
und so in der Verantwortung des jeweiligen Prüfungsausschusses belassen.
Und dann entzündete sich
eine ganz heiße Diskussion. Sollen Azubis sich ernsthaft mit dem Thema
Doping bei den Pferden und aber auch beim Menschen auseinander setzen?
Mehrheitlich die Sachverständigen aus der Praxis meinen, dass es völlig
reicht, in der Verordnung stehen zu haben, dass Azubis die jeweiligen
Regelwerke kennen, denn da steht ja schließlich drin, dass Doping nicht
erlaubt ist. Was würde das für einen Eindruck machen, wenn das Wort Doping
in einem Beruf auftauchen würde! Die IG BAU ist da anderer Meinung. Gerade
ein Beruf, der direkt an der Schnittstelle zum Turniersport und dem ganz
großen Geld steht, muss sich klar und deutlich dazu bekennen und
entsprechend seinen Nachwuchs ausbilden, auf unseriöse Mittel der
Leistungsbeeinflussung zu verzichten. Die Pferdewirtgewerkschaft IG BAU ist
sich sicher, dass der offene Umgang mit fragwürdigen Methoden im
Pferdebereich wesentlich besser für die Betriebe ist, als die derzeitige
Praxis, möglichst den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass das
Gewitter wieder abzieht. Dabei übersehen viele Arbeitgeber, dass es auch
globale Wetterverschlechterungen gibt, die dann kaum noch zu verändern
sind. Der Radsport lässt grüßen. Wie Recht die IG BAU mit ihrer Position
hat, zeigt sich zufällig einige Tage später. Die Herzeige- Reiterin
Isabell Werth setzt ihr Pferd unter Psychopharmaka. Unglaublich. Leider hat
die IG BAU Recht, als sie schon vor Jahren davon sprach, dass scheinbar
Regeln, Gesetze, Moral und Anstand auf gar nicht so wenigen Reitplätzen
keine Geltung besitzen und ein feingliedriges Dopingnetzwerk schon seit
längerem mit bisweilen maffiösen Strukturen besteht. Dabei wollte die IG
BAU doch nur folgenden Passung in die Verordnung zum Pferdewirt aufnehmen
und dies auch zum Prüfungsbestandteil machen:
"Pferdewirte sollen auf
sportliche Vergleiche Pferde und Reiter nur durch Training und Ausbildung
vorbereiten und die Bereitschaft besitzen, auf andere Methoden der
Leistungsbeeinflussung zu verzichten."
Wie wichtig dieser Passus
ist, zeigt die aktuelle "Erfolgsliste": Ulla Salzgeber, Isabel
Werth, M.-M. Beerbaum, Ludger Beerbaum, Christian Ahlmann, Marco Kutscher,
... Das sind ja alles nur Turnierreiter? Nee, nee, ein Teil ist Pferdewirt
und Pferdewirtschaftsmeister.
Name gesucht!
Hier könnt Ihr zum
Namenspaten werden!(06.03.2009)
Der neue Pferdewirt kommt.
Das ist sicher. Fünf Fachrichtungen wird es zukünftig geben: Klassisches
Reiten, Pferderennen, Alternative Reitweisen, Zucht und, jetzt kommt das
Problem, Haltung & Service.
Mit der Fachrichtung
Haltung&Service entsteht eine Fachrichtung, die sehr stark
kundenorientiert arbeiten soll. Wesentlich dabei ist die professionelle
Beratung von Amateuren über Pferdeverhalten, Fütterung, Haltung,
Stallklima, Krankheiten, Hufpflege, Ausrüstung, usw. In der neuen
Fachrichtung wird der Pferdewirt zum professionellen Partner von
Pferdehaltern, ein Ratgeber für oft überforderte Amateure.
Soweit so gut. Nur der Name für diese anspruchsvolle Fachrichtung wird noch
gesucht! Wer hilft? Habt Ihr Vorschläge? Schreibt
uns Sachverständigen. Wir hören auf Euch!
Erst einmal ein ganz großes Lob an das
Team der Seite. Das Engagement ist einfach spitze! Ich habe mir auch ein
paar Gedanken zu der Namensgebung der neuen Sparte gemacht, dabei bin
ich auf: Pferdewirt - (Mentor &) Freizeitassistent gekommen. Die
Bezeichnung Freizeitassistent klingt meiner Meinung nach kompetent und
ansprechend, jedoch nicht so abschreckend, dass man sich nicht
"traut" einen Profi zu fragen. Ich könnte mir sehr gut
vorstellen, dass dieser Pferdewirt in einen anspruchsvollen und
alternativen Pensionsstall passt und als Teilzeitangestellter bei dem
Inhaber angestellt ist um fachspeziefische Unterstützung zu geben,
jedoch selbständig ein Nebengewerbe betreibt um beratend beim
Pferdekauf tätig zu sein, des Weiteren berät er beim Sattelkauf (bzw.
bei der Auswahl der Ausrüstung) und bei der richtigen Wahl der
Reitweise für Mensch und Pferd. Vlt. kann dieser Pferdewirt auch einen
FN Reitlehrer machen und individuellen Reitunterricht anbieten. Ich
drücke weiterhin ganz fest die Daumen für die "Reformierung"
der Pferdewirte! Mit freundlichen Grüßen Natalie Maholick
Hallo Natalie, schöner Name.
Ehrlich, aber nicht machbar. Warum? Der Assistent ist ein fester
Begriff. Es gibt ihn, wenn einer eine Assistenten-Schule für ein Jahr
nach der Regelschule besucht. Also ganz tief unter dem Pferdewirt.
Assistent hört sich doll an, ist aber eigentlich nur heiße Luft. Noch
ein kleiner Hinweis zu Deinem Halbtagsvorschlag: Alles gut gedacht, aber
Lohnfortzahlung gibt es dann bei Krankheit nur auf den Halbtagsjob.
Gleiches gilt für die Rente. Ein Leben bei Krankheit und Alter, das in
bitterer Armut endet. Vielen lieben Dank für Deine Gedanken und Dein
Engagement.
Hallo,
ich finde die neue Einteilung sehr gut.
Denn wenn ich überlege wie viele Pferdewirte Zucht und Haltung es gibt, die
nie in ihrem Leben eine Stute zum Hengst gebracht haben, oder eine
Fohlengeburt gesehen haben.
Das ist wirklich ein guter Schritt in die
richtige Richtung.
Wie der Bereich Haltung heißen soll?
Warum kann man es nicht Pferdewirt Haltung lassen? Warum muß noch Beratung
oder Service dahinter? Ok, die Bezeichnung Pferdewirt Haltung und Service/
oder Beratung wäre auch ganz angemessen.
Wie wird das dann künftig laufen, müssen
bisherige Pferdewirte sich dann noch entscheiden ob sie Pferdewirt Zucht
oder Pferdewirt Haltung sein möchten? Denn die haben ja eigentlich im
theoretischen Sinne beide Fachrichtungen erlernt.
Viele Grüsse!
Anke Stüssel
Hallo Anke, für die "Alten"
bleibt alles beim Alten. Noch ein Hinweis zum Namen: Wir wollen weg vom
Edelmister. So einen Beruf wollen wir nicht!
Ich finde es eine tolle idee, dass für
die Namensfindung der neuen Fachrichtung eine Umfrage unter den potenziellen
Pferdewirten gestartet wurde, da wir uns ja mit dem zukünftigen Namen dann
ja auch schmücken müssen. Ich drücke auch fest die Daumen, dass es für
2010 noch klappt da ich mich selber für diesen Zeitpunkt für eine
Ausbildung bewerbe und gerne den 'Haltungs'-Pferdewirt lernen würde. Mein
Vorschlag wäre entweder ein Pferdewirt- Pensionspferdehaltung oder
Pferdwirt- Haltungssysteme (könnte auch Stallsysteme heißen, aber da es ja
um die Pferdehaltung geht...). Haltungssysteme finde ich deshalb interessant
da es ja in dieser Ausbildung speziell umd die Haltung der Pferde geht und
wir inzwischen ja verschiedenste Möglichkeiten neben einer einfachen
Boxenhaltung haben: z.B. Innenboxen, Paddockboxen, Offenstallhaltung,
Laufstallhaltung etc. Stallsyteme eben. Liebe Grüße Lara Ruiter
Hallo Lara, schade, schade Schokolade,
die Sachverständigensitzungen sind seit Ende November beendet. Es stehen
die Fachrichtungen fest: Haltung&Service, Zucht, Klassische
Reitausbildung, Rennen, Spezialreitweisen. Eine Anmerkung habe ich schon:
Gerade haltung &Service hat sich sehr stark verändert. Das eine ist die
Pferdehaötung, das andere ist der Service an den Kunden. Hier wird z.B. in
der Prüfung verlangt, dass ein Pferdewirt/in einen Lehrgang zum Verladen
oder zur Bodenarbeit mit Kunden komplett selber durchführen kann. Ebenso
steht in der Ausbildung, dass Pferdewirte in Haltung &Service mit Kunden
Ausritte durchführen. Du siehst also, wir haben ganz bewusst vermieden,
diese Fachrichtung zum Edelmister werden zu lassen. Ich gehe davon aus, dass
gegen Ostern die details bekannt gegeben werden. Noch ist es ein wenig zu
früh, weil erst natürlich alle Gremien bis hin zum Bundestag entscheiden
müssen. Ich gehe davon aus, dass es zu 99,9% am 1.8.2010 losgeht.
?
Pferdewirt - Haltung & Service (Sachverständige)
Pferdewirt - Kundenunterstützende
Pferdehaltung
Pferdewirt - Kundenservice (Ines P.)
Pferdewirt - Kundenassistenz
Pferdewirt - Kundenberatung
(Nicole M.)
Pferdewirt - Haltung & Assistenz
Pferdewirt -Pro- (Oliver L.)
Pferdewirt - Leiten & Führen
Pferdewirt - Halten & Coachen (Jörg
A.)
Pferdewirt - Kundenmentor (Mick A.)
Pferdewirt - Kundencoaching
Pferdewirt - Fachberatung (Sarah B.)
Pferdewirt - Kundenorientierung
Pferdewirt - Kundenbetreuung (Maja
K.)
Pferdewirt - Beraten & Betreuen (Marc
E.)
Pferdewirt - Haltung & Beratung
Pferdewirt - Rat & Tat (Katja
M.)
Pferdewirt - Assistenz
Pferdewirt - Anlagenassistenz
Pferdewirt - Consulting
Pferdewirt - Führen & Beraten
Pferdewirt - Leiten & Beraten
Pferdewirt - Kundencoach (Mick A.)
Pferdewirt - Kundenberatung (Nils
K.)
Ganze Parade! Danach im
Arbeitstempo wieder anreiten! (
19.09.2009)
Nachdem durch viele missverständliche und
teils widersprüchliche Informationen die Sachverständigen mit
grundsätzlich anderen Prüfungsmodellen im Kopf ihre Arbeit machten und
sich dabei ständig im Kreise drehten, organisierten die IG BAU-
Sachverständigen eine ganze Parade zum Halten. Dabei wurde einmal
durchgeatmet und die Struktur einer zukünftigen Prüfung festgelegt.
Immerhin hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf eine
prozessorientierte Prüfung festgelegt, nur jeder verstand darunter wohl
etwas anderes. Hier jetzt die Definition einer prozessorientierten Prüfung:
Die vom Gesetzgeber (Berufsbildungsgesetz)
geforderte Berufliche Handlungsfähigkeit wird durch eine prozessorientierte
und handlungsorientierte Prüfung festgestellt und bewertet. Die
Prüfungsausschüsse stellen an die Azubis eine konkrete, berufstypische
Anforderungssituation, die der Prüfling dann
1. durchdenken,
2. planen,
3. selbständig lösen sowie
teilweise dokumentieren und
4. sein Ergebnis selber beurteilen
können muss. Dieser komplexe Prozess,
deshalb prozessorientierte Prüfung, ist vom Prüfungsausschuss zu
beobachten, zu hinterfragen, zu dokumentieren und zu bewerten.
Da solche berufstypischen Arbeitsprozesse
nicht in wenigen Minuten zu schaffen sind, werden die Zukünftigen
Prüfungsaufgaben nicht mehr aus einer bunten Mischung rund um den
Pferdewirt bestehen können. Ebenso sind reine Wissensabfragen, so z.B.
"Wie viele Wirbel hat das Pferd?" oder "Nenne die PAT-
Werte!" nicht mehr zulässig. Demnächst wird in einer Prüfung z.B.
dem Azubi ein Pferd gezeigt und dieses muss nach einer halben Stunde
komplett gefüttert werden, mit allen Schikanen, wie z.B.
Futtermittelauswahl, Rationsberechnung und Futtermittelzuteilung. Auch
sollten Azubis damit rechnen, dass sie einen kompletten Stall/Stalltrakt
sowohl aus Sicht der Aufstallung als auch des Stallklimas beurteilen
müssen. Dazu gehört dann natürlich das selbständige Analysieren des Ist-
Zustandes, wie z.B. Klimamessungen und dann die Beurteilung, wie
gegebenenfalls das Stallklima verbessert werden kann. Die Aufgabe der
Prüfer wandelt sich zum Beobachter, denn schließlich müssen die Azubis
demnächst richtig arbeiten und handeln. Da kann nicht jeder Prüfer so
einfach dazwischen gehen. Man stelle sich mal vor, da wird gerade eine
Ration komplett durchgerechnet und der Prüfer stört ständig. Das geht ja
gar nicht.
Neue Anforderungen an die Prüfer, neue
Anforderungen an die Azubis. Das wird spannend. Aber warum sollen Prüfer
nicht auch noch wieder an die Schulbank? Schließlich reden sie doch immer
vom lebenslangen Lernen. Recht geschieht Ihnen. Ach ja, die Ausbilder werden
wohl auch noch mal Ihre Schulmappe aus der Abstellkammer holen müssen. Ach
lebenslanges Lernen!
Eines ist heute aber schon ziemlich
sicher: Wenn teilweise halb- oder ganzstündige Aufgaben zu einem einzigen
Themenbereich (z.B. Stallklima, Pferdefütterung, Zaunbau, Reitplatzböden,
Unterrichtsplanung, Gesundheitsstatus eines Pferdes, Kostenrechnung,
Exterieurbeurteilung, Hufbeschlag, usw.) sowohl in der Praxis als auch in
schriftlichen Arbeiten kommen werden, dann ist mit einfachem Auswendiglernen
kurz vor der Prüfung das nicht zu schaffen. Es wird dringend, super
dringend darauf hingewiesen, dass eine Abschlussprüfung beim Pferdewirt
nicht mehr zu schaffen sein wird, wenn das Ausbildungsangebot der
Berufsschule nicht angenommen wird. Das sollte jeder Azubi wissen, der ab
Sommer 2010 seine Ausbildung beginnt. Und um den Berufsschulbesuch muss man
nicht betteln, denn jeder Azubi hat das verbriefte Recht, während der
Arbeitszeit die Berufsschule zu besuchen. Natürlich gehört der Weg mit zur
Arbeitszeit.
(04.03.2010)
Die
Hausaufgaben sind gemacht!
Die Sachverständigenarbeit ist mit der
gemeinsamen Sitzung der Lehrplansachverständigen der Berufsschulen und der
Sachverständigen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer abgeschlossen. Jetzt sind
die Verwaltungen damit beschäftigt, die Verordnung zum Beruf Pferdewirt auf
seinen Weg in den Bundesanzeiger zu bringen, dem Tag also, an dem die neue
Verordnung dann rechtsgültig ist.
Mit der gemeinsamen Sitzung von Schule,
Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind letzte Feinabstimmungen vorgenommen
worden, auch Sachverständige machen Rechtschreibfehler oder verrechnen sich
mal. Ein Inkrafttreten am 1.8.2010 ist mit dieser letzten Sitzung so gut wie
sicher.
Bis zum Schluß erfolgreich gekämpft
hatte die IG BAU, um die neue Verordnung möglichst erfolgreich zu
gestalten. Ein wenig stolz ist die Gewerkschaft, dass es ihr doch noch auf
der allerletzten Sitzung gelang, dass alle Pferdewirtauszubildenden
innerhalb ihrer Ausbildung eine Erste- Hilfe- Ausbildung bekommen. Nur zur
Erinnerung: Es gibt kaum Berufe in Deutschland, die gefährlicher für ihre
Mitarbeiter sind, als der Pferdewirt. Nur Profifußballer verunglücken
häufiger als Pferdewirte.
Wie geht es jetzt weiter?
Das Bildungsministerium in Bonn empfieht
schon jetzt Berufsausbildungsverträge auf alten Vertragsformularen
abzuschließen. Der Berufsausbildungsvertrag sollte den kleinen Hinweis
enthalten, dass bei Inkrafttreten einer neuen Verordnung diese Bestandteil
des Vertrages wird.
Wer darf ausbilden?
Die Ministerien sagen ganz klar, dass nur
diejenigen eine bestimmte Fachrichtung ausbilden dürfen, die alle Inhalte
der neuen Verordnung auch leisten können. Davon muss ein Betrieb die
Zuständige Stelle überzeugen und erhält dann die Genehmigung zur
Ausbildung. Die Zuständige Stelle muss dann spätestens nach einem Jahr
kontrollieren, ob der Betrieb wirklich entsprechend der neuen Verordnung
ausbildet. Also: Für neue Auszubildende ist entscheidend, ob die
Zuständige Stelle die Berufsausbildung eines Betriebes genehmigt hat und
nicht das, was ein Betriebsleiter erzählt oder erhofft. Allen
Auszubildenden ist dringend zu raten, erst die Zuständige Stelle zu
befragen, ob eine Berufsausbildung in einem bestimmten Betrieb überhaupt
möglich ist. Ganz besonders wichtig ist dies bei den neuen Fachrichtungen!
Die
ersten INFOS zum neuen Pferdewirt
Pferdewirt/Pferdewirtin
(16.03.2010)
Die modernisierte Berufsausbildung zum
Pferdewirt und zur Pferdewirtin gliedert sich zukünftig in fünf
Fachrichtungen, welche die bisherigen vier Schwerpunkte der zuletzt 1975
geordneten Ausbildung ablösen. Dabei handelt es sich um die Fachrichtungen
- "Pferdehaltung und Service",
- "Pferdezucht",
- "Klassische Reitausbildung",
- "Pferderennen" und
- "Spezialreitweisen".
In der Fachrichtung
"Pferderennen" werden zusätzlich die Einsatzgebiete
"Rennreiten" und "Trabrennfahren" und in der
Fachrichtung "Spezialreitweisen" die Einsatzgebiete
"Westernreiten" und "Gangreiten" unterschieden.
Grundlage für die Ausbildung in einer
dieser Fachrichtungen im dritten Ausbildungsjahr sind Fertigkeiten,
Kenntnisse und Fähigkeiten in der tiergerechten Haltung, Fütterung,
Gesundheitsvorsorge und Grunderziehung von Pferden, die in den ersten beiden
Ausbildungsjahren vermittelt werden.
Verändert hat sich zudem die Gestaltung
der Zwischen- und Abschlussprüfung, in der bislang an einer Fachsystematik
ausgerichtet Kenntnisse und Fertigkeiten getrennt voneinander geprüft
wurden. Die modernisierten Prüfungen orientieren sich an realen
Arbeitsprozessen des Berufsalltags. Im Unterschied zu den bisherigen
Prüfungen werden dabei berufliches Handeln und Wissen miteinander
verknüpft geprüft. Ebenfalls modernisiert wurde der Rahmenlehrplan für
den berufsschulischen Teil der dualen Ausbildung. Dieser gilt für alle
Fachrichtungen, es können jedoch schulspezifisch Schwerpunkte gesetzt und
innerhalb der Lernfelder differenziert werden.
Ausbildungsdauer:
Drei Jahre
In-Kraft-Treten:
voraussichtlich 1. August 2010
Berufliche Tätigkeitsfelder:
Pferdewirte und Pferdewirtinnen der Fachrichtung Pferdehaltung und Service
arbeiten in Pensionshaltungsbetrieben und Reitvereinen, darüber hinaus sind sie auch in Gestüten und in der privaten Pferdehaltung tätig.
Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit
Pferdewirte / Pferdewirtinnen der Fachrichtung Pferdehaltung und Service rüsten Pferde aus, bewegen und arbeiten Pferde,
beraten, unterstützen und bilden Kunden aus, beurteilen, erhalten und fördern die Gesundheit von Pferden,
managen Ställe, halten und füttern Pferde, bewirtschaften Dauergrünland, gewinnen, beschaffen und lagern Futter,
planen und führen Pferdetransporte durch, beaufsichtigen Personen und leiten diese an,
setzen Nachhaltigkeit in der Pferdewirtschaft um, planen und dokumentieren Arbeitsprozesse, legen Arbeitsschritte fest und kontrollieren und bewerten Arbeitsergebnisse,
führen Arbeiten selbstständig und im Team unter Beachtung des Tierschutzes, der Arbeitssicherheit und des
Gesundheitsschutzes durch und setzen dabei Geräte, Maschinen und Betriebseinrichtungen ein und
gestalten betriebliche Abläufe unter den Aspekten Betriebswirtschaft und Qualitätssicherung
Inhalte der Berufsausbildung
Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Tiergerechte Pferdehaltung; Pferdefütterung,
Tierschutz und Tiergesundheit,
Ausbildung und Vorbereitung von Pferden für Zucht- und Leistungsprüfungen,
Betriebliche Abläufe und Organisation; Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge,
Dienstleistungen, Kundenorientierung, Marketing,
Pferdezucht und -aufzucht,
Ausrüstung; Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen.
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs,
Berufsbildung; Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht,
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
Umwelt- und Naturschutz; ökologische Zusammenhänge, Nachhaltigkeit, rationelle Energie- und Materialverwendung.
Gegenstand in der Berufsausbildung der Fachrichtung Pferdehaltung und Service
sind über die genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten hinaus mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Individuelle Pferdefütterung; Futtergewinnung und -beschaffung, Stall- und Weidemanagement,
Bewegung von Pferden im Reiten oder Fahren, Arbeiten an der Longe, Beratung von Kunden und kundenorientierte Anlagenbewirtschaftung.
Ausbildungsprofil der Fachrichtung Pferdezucht
1. Berufsbezeichnung
Pferdewirt/Pferdewirtin - Fachrichtung Pferdezucht
2. Ausbildungsdauer
3 Jahre
Die Ausbildung findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
3. Arbeitsgebiet
Pferdewirtinnen und Pferdewirtinnen der Fachrichtung Pferdezucht arbeiten in Gestüten, darüber hinaus sind sie auch in privaten und staatlichen Hengstdepots/Landgestüten, Aufzuchtbetrieben, Pferdekliniken und der Pferdezucht nahestehenden Unternehmen der Tierernährungsindustrie sowie im Bereich Pferdetransport und Pferdefachhandel tätig.
4. Berufliche Qualifikationen
Pferdewirte / Pferdewirtinnen der Fachrichtung Pferdezucht
beurteilen und wählen Pferde für die Eignung zur Zucht aus,
planen und führen Maßnahmen der Pferdezucht und der Zuchthygiene durch,
führen Maßnahmen der Pferdeaufzucht durch,
bilden Pferde aus,
stellen Pferde bei Zuchtschauen und Prüfungen vor,
managen Ställe, halten und füttern Jung- und Zuchtpferde,
beurteilen, erhalten und fördern die Gesundheit von Jung- und Zuchtpferden,
beaufsichtigen Personen und leiten diese an,
beraten Kunden situationsgerecht
setzen Nachhaltigkeit in der Pferdewirtschaft um,
planen und dokumentieren Arbeitsprozesse, legen Arbeitsschritte fest und kontrollieren und bewerten Arbeitsergebnisse,
führen Arbeiten selbstständig und im Team unter Beachtung des Tierschutzes, der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes durch und setzen dabei Geräte, Maschinen und Betriebseinrichtungen ein und
gestalten betriebliche Abläufe unter den Aspekten Betriebswirtschaft und Qualitätssicherung.
Ausbildungsberufsbild
Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Artgerechte Pferdehaltung; Pferdefütterung,
Tierschutz und Tiergesundheit,
Ausbildung und Vorbereitung von Pferden für Zucht- und Leistungsprüfungen,
Betriebliche Abläufe und Organisation; Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge,
Dienstleistungen, Kundenorientierung, Marketing,
Pferdezucht und -aufzucht,
Ausrüstung; Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen.
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs,
Berufsbildung; Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht,
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
Umwelt- und Naturschutz; ökologische Zusammenhänge, Nachhaltigkeit, rationelle Energie- und Materialverwendung.
Gegenstand in der Berufsausbildung der Fachrichtung Pferdezucht sind über die genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten hinaus mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Zuchtmethoden, Zuchtplanung, Zuchthygiene,
Pferdebeurteilung, Pferderassen,
Reproduktion und Aufzucht,
Vorstellung von Pferden bei Zuchtschauen und Prüfungen.
Ausbildungsprofil der Fachrichtung Klassische Reitausbildung
1. Berufsbezeichnung
Pferdewirt/Pferdewirtin - Fachrichtung Klassische Reitausbildung
2. Ausbildungsdauer
3 Jahre
Die Ausbildung findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
3. Arbeitsgebiet
Pferdewirte und Pferdewirtinnen der Fachrichtung Klassische Reitausbildung arbeiten selbstständig oder im Angestelltenverhältnis in Reitschulen und Reitvereinen, darüber hinaus sind sie auch in gewerblichen Pferdehaltungsbetrieben, Pferdezucht- und Pferdeaufzuchtbetrieben, Gestüten sowie Pferdeausbildungsbetrieben und Handelsställen tätig.
4. Berufliche Qualifikationen
Pferdewirte / Pferdewirtinnen der Fachrichtung Klassische Reitausbildung
beurteilen die Eignung von Pferden für spezifische Verwendungszwecke und Disziplinen,
rüsten Pferde aus, bilden Pferde in der Dressur und im Springen aus und trainieren diese,
bilden Reiter und Reiterinnen aus und trainieren diese disziplinübergreifend im Breitensport und im Leistungssport,
bereiten und stellen Pferde auf Leistungsprüfungen vor,
führen Maßnahmen der Pferdezucht und Pferdeaufzucht durch,
managen Ställe, halten und füttern Pferde,
beurteilen, erhalten und fördern die Gesundheit von Pferden,
beaufsichtigen Personen und leiten diese an,
beraten Kunden situationsgerecht,
setzen Nachhaltigkeit in der Pferdewirtschaft um,
planen und dokumentieren Arbeitsprozesse, legen Arbeitsschritte fest und kontrollieren und bewerten Arbeitsergebnisse,
führen Arbeiten selbstständig und im Team unter Beachtung des Tierschutzes, der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes durch und
gestalten betriebliche Abläufe unter den Aspekten Betriebswirtschaft und Qualitätssicherung.
Ausbildungsberufsbild
Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Tiergerechte Pferdehaltung; Pferdefütterung,
Tierschutz und Tiergesundheit,
Ausbildung und Vorbereitung von Pferden für Zucht- und Leistungsprüfungen,
Betriebliche Abläufe und Organisation; Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge,
Dienstleistungen, Kundenorientierung, Marketing,Pferdezucht und -aufzucht,
Ausrüstung; Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen.
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs,
Berufsbildung; Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht,
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
Umwelt- und Naturschutz; ökologische Zusammenhänge, Nachhaltigkeit, rationelle Energie- und Materialverwendung.
Gegenstand in der Berufsausbildung der Fachrichtung Klassische Reitausbildung sind über die genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten hinaus mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Funktionelle Pferdebeurteilung,
Vielseitige, klassische Grundausbildung des Pferdes,
Zielgruppenorientierte, klassische Ausbildung von Reitern und Reiterinnen,
Vorbereitung und Vorstellung von Pferden bei Leistungsprüfungen.
Ausbildungsprofil der Fachrichtung Pferderennen
1. Berufsbezeichnung
Pferdewirt/Pferdewirtin - Fachrichtung Pferderennen
2. Ausbildungsdauer
3 Jahre
Die Ausbildung findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
3. Arbeitsgebiet
Pferdewirte und Pferdewirtinnen der Fachrichtung Pferderennen arbeiten in Pferderennställen als Arbeitsreiter/innen oder Trabrennfahrer/innen, darüber hinaus sind sie als lizensierte Rennreiter/innen oder Trabrennfahrer/innen dazu befähigt, an Rennen teilzunehmen. Weiterhin sind Rennreiter/innen oder Trabrennfahrer/innen in Trainingsbetrieben, Rehabilitationseinrichtungen und im Bereich Pferdetransport und Pferdefachhandel tätig.
4. Berufliche Qualifikationen
Pferdewirte / Pferdewirtinnen der Fachrichtung Pferderennen
trainieren Rennpferde,
beurteilen und fördern das Leistungsvermögen von Rennpferden,
bereiten Pferde auf die Teilnahme an Rennen vor,
reiten oder fahren Pferde in Rennen,
managen Ställe, halten und füttern Pferde,
beurteilen, erhalten und fördern die Gesundheit von Pferden,
beaufsichtigen Personen und leiten diese an,
beraten Kunden situationsgerecht,
setzen Nachhaltigkeit in der Pferdewirtschaft um,
planen und dokumentieren Arbeitsprozesse, legen Arbeitsschritte fest und kontrollieren und bewerten Arbeitsergebnisse,
führen Arbeiten selbstständig und im Team unter Beachtung des Tierschutzes, der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes durch und
gestalten betriebliche Abläufe unter den Aspekten Betriebswirtschaft und Qualitätssicherung.
Ausbildungsberufsbild
Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Tiergerechte Pferdehaltung; Pferdefütterung,
Tierschutz und Tiergesundheit,
Ausbildung und Vorbereitung von Pferden für Zucht- und Leistungsprüfungen,
Betriebliche Abläufe und Organisation; Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge,
Dienstleistungen, Kundenorientierung, Marketing,
Pferdezucht und -aufzucht,
Ausrüstung; Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen.
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs,
Berufsbildung; Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht,
Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
Umwelt- und Naturschutz; ökologische Zusammenhänge, Nachhaltigkeit, rationelle Energie- und Materialverwendung.
Gegenstand in der Berufsausbildung der Fachrichtung Pferderennen sind über die genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten hinaus mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Training von Rennpferden,
Beurteilung des Leistungsvermögens von Rennpferden,
Vorbereitung und Teilnahme an Pferderennen,
Gesundheit, Ernährung und Fitness des Rennreiters/-fahrers und der Rennreiterin/-fahrerin.
Ausbildungsprofil der Fachrichtung Spezialreitweisen
1. Berufsbezeichnung
Pferdewirt/Pferdewirtin - Fachrichtung Spezialreitweisen
2. Ausbildungsdauer
3 Jahre
Die Ausbildung findet an den Lernorten Betrieb und Berufsschule statt.
3. Arbeitsgebiet
Pferdewirte und Pferdewirtinnen der Fachrichtung Spezialreitweisen arbeiten selbstständig oder im Angestelltenverhältnis in Reitschulen und Reitvereinen, darüber hinaus sind sie auch in gewerblichen Pferdehaltungsbetrieben, Pferdezucht- und Pferdeaufzuchtbetrieben, Gestüten sowie Pferdeausbildungsbetrieben und Handelsställen tätig.
4. Berufliche Qualifikationen
Pferdewirte / Pferdewirtinnen der Fachrichtung Spezialreitweisen
beurteilen Pferde für die Verwendung in einer Spezialreitweise,
bilden Pferde in einer Spezialreitweise aus und trainieren diese,
bilden Reiter und Reiterinnen in einer Spezialreitweise aus und trainieren diese,
bereiten Pferde auf Wettbewerbe und Prüfungen vor und stellen diese vor,
managen Ställe, halten und füttern Pferde,
beurteilen, erhalten und fördern die Gesundheit von Pferden,
beaufsichtigen Personen und leiten diese an,
beraten Kunden situationsgerecht,
setzen Nachhaltigkeit in der Pferdewirtschaft um,
planen und dokumentieren Arbeitsprozesse, legen Arbeitsschritte fest und kontrollieren und bewerten Arbeitsergebnisse,
führen Arbeiten selbstständig und im Team unter Beachtung des Tierschutzes, der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes durch und setzen dabei Geräte, Maschinen und Betriebseinrichtungen ein und
gestalten betriebliche Abläufe unter den Aspekten Betriebswirtschaft und Qualitätssicherung.
Ausbildungsberufsbild
Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Tiergerechte Pferdehaltung; Pferdefütterung,
Tierschutz und Tiergesundheit,
Ausbildung und Vorbereitung von Pferden für Zucht- und Leistungsprüfungen,
Betriebliche Abläufe und Organisation; Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge,
Dienstleistungen, Kundenorientierung, Marketing,
Pferdezucht und -aufzucht,
Ausrüstung; Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen.
Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
1. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs,
2. Berufsbildung; Arbeits-, Sozial- und Tarifrecht,
3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
4. Umwelt- und Naturschutz; ökologische Zusammenhänge, Nachhaltigkeit, rationelle Energie- und Materialverwendung.
Gegenstand in der Berufsausbildung der Fachrichtung Spezialreitweisen sind über die genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten hinaus mindestens die folgenden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten:
Beurteilung von Pferden in einer Spezialreitweise,
Grunderziehung und -ausbildung von Pferden in einer Spezialreitweise,
Arbeit mit Reitern und Reiterinnen in einer Spezialreitweise,
Wettbewerbsvorbereitung und Einsatz in Prüfungen einer Spezialreitweise.
Die Sachverständigen haben
gute Vorarbeit geleistet
(18.03.2010) Die
Sachverständigen bei der neuordnung des Berufes Pferdewirt haben
gute Arbeit geleistet. Mit nur ganz wenigen Änderungen (ob man
nach einem Spiegelstrich groß oder klein schreibt) hat am
11.03.2010 der BiBB- Hauptausschuss den Verordnungsentwurf
genehmigt. Jetzt geht der
Entwurf zur Prüfung durch den Normenkontrollrat und dann zum
Bundesjustizministerium zur Veröffentlichung im
Bundesgesetzblatt. Damit
ist das Inkrafttreten der neuen Verordnung Pferdewirt zu 99,9% zum
1.8.2010 sicher. Alle Beteiligten können sich auf die neue
Situation einstellen.
Jetzt ist es amtlich!
Download:
Die
neue Verornung zum Beruf Pferdewirt/Pferdewirtin in der amtlichen
Fassung vom 10.06.2010
Ausbildungsstättenverordnung Nach
der Verordnung zum Beruf Pferdewirt wird derzeit an der
neuenAusbildungsstättenverordnung gearbeitet. Dabei achten die
Sozialpartner (Arbeitgeber und Gewerkschaft) darauf, dass die
Ausbildungsbetriebe zukünftig nur dann anerkannt werden, wenn sie
die Gewähr bieten, die neue Verordnung zum Pferdewirt auch
umzusetzen. U.a. wird es eine Selbverständlichkeit sein, dass
zukünftige Ausbildungsbetriebe ihren Azubis auch entsprechende
Fachliteratur zur Verfügung stellen müssen und ihnen natürlich
auch den Zugang zum Internet ermöglichen. Neben einer soliden
hippologischen Ausbildung sollen zukünftige Pferdewirte auch mit
modernen Kommunikationstechnologienen umgehen können. Auch wenn
viele Pferdewirte auf dem Lande arbeiten, heißt das noch lange
nicht, dass sie auch Hinterwäldler sein müssen. Der routinierte
Umgang mit dem Pferd schließt selbigen Umgang mit Word,
Rationsberechnungsprogrammen und Internetrecherchen bei den
Zuchtverbänden nicht aus. Nach der grundsätzlichen Abstimmung
der Sozialpartner Ende Juli 2010 wird die neue
Ausbildungsstättenverordnung erst im Dezember 2010 beschlossen
werden können, da der Hauptausschuss beim Bundesinstitut für
Berufsbildung in Bonn erst im Winter wieder tagt. |