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Das [ganz persönliche] Neuordnungs- Tagebuch |
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Eckwerte- Diskussion
1. Fachgespräch 2. Fachgespräch Fachgespräche muss man vorbereiten "Kleines Fachgespräch" Der neue Pferdewirt steht auf der Kippe! Derzeit geht gar nichts! Was gilt eigentlich noch?
ABSCHNITT 2
ABSCHNITT 3
ABSCHNITT 4
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IG
BAU legt los (Apr. 2005)
Die IG Bauen Agrar Umwelt möchte eine moderne, zukunftsorientierte Pferdewirtausbildung. Weil die alte Verordnung des Berufes Pferdewirt schon ein wenig angestaubt ist und den Charme der 70iger Jahre besitzt, hat die zuständige Gewerkschaft jetzt erstmals einen Eckwertevorschlag auf den berühmten Tisch des Hauses gelegt. Kernpunkte einer neu reformierten Pferdewirtausbildung sind nach Meinung der Gewerkschaft IG BAU:
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Fakten: Das steckt dahinter
(Mai 2005)
Für jeden anerkannten Ausbildungsberuf in Deutschland gibt es eine entsprechende Verordnung (Berufsbild), in der geregelt wird, wie der Beruf heißt, wie lange er zu erlernen ist, was man zur Prüfung können muss, und .... . Natürlich gibt es eine derartige Verordnung auch für den Beruf Pferdewirt. Und genau die soll jetzt reformiert werden, weil die alten Vorschriften noch aus dem Jahre 1975 stammen, als die Mehrzahl der Azubis noch gar nicht geboren war. Eine Verordnung für einen Ausbildungsberuf erstellen immer die sog. Sozialpartner, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die von ihren jeweiligen Interessenvertretungen vertreten werden: Arbeitgeberverband und Gewerkschaften. Unter dem Dach des Bundesinstituts für Berufsbildung in Zusammenarbeit mit dem verordnungsgebenden Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft setzen sich die Sozialpartner zusammen und erarbeiten eine neue Verordnung. Das Verfahren, man nennt das auch Neuordnungsverfahren, beginnt mit der Einigung auf einen Eckwertevorschlag, das ist sozusagen das gemeinsame Grundgerüst, das dann im weiteren Verfahren von sog. Sachverständigen (4 sachverständige Arbeitgeber, 4 sachverständige Arbeitnehmer der IG BAU) immer mehr detailliert wird, bis der neue Ausbildungsberuf neu geregelt ist. Wenn sich beide Seiten sputen, kann nach 1 bis 2 Jahren ein neuer Ausbildungsberuf entstanden sein. [Wie entsteht eine Ausbildungsordnung?] Arbeitgeber noch im Winterschlaf? (Mai 2005) Obwohl die IG BAU schon Anfang April mit ihrem Eckwertevorschlag die Diskussion um die Reform des Berufes Pferdewirt eröffnete, scheinen die Arbeitgeber sich noch im Winterschlaf zu befinden. Eine Reaktion der Arbeitgeber liegt Mitte Mai immer noch nicht vor.
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| 1.Fachgespräch
(9.Juni 2005)
Jetzt kommt Bewegung in das Verfahren: Nachdem die IG BAU ihren Vorschlag vorgelegt hatte, kommt es am 9.Juni 2005 zu einem Fachgespräch zwischen dem Arbeitgeberverband, dem verordnungsgebenden Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sowie der Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt. Sinn eines Fachgespräches ist die Vorbereitung eines Antraggespräches, das dann der offizielle Beginn eines Neuordnungsverfahrens ist. [Wie entsteht eine Ausbildungsordnung?] |
2.
Fachgespräch (15.Juni 2005)
Nach grundlegenden Diskussionen und großem Lob für den Eckwerte- Vorschlag der IG BAU prüft das verordnungsgebende Ministerium einige rechtliche Konstellationen, wie man mögliche Spezialisierungen im neuen Pferdewirt "wasserdicht" regeln kann. Am 25.08.2005 treffen sich dann wieder Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einem 2. Fachgespräch im Bonner Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Ziel ist es, noch in diesem Jahr zu einer von beiden Seiten akzeptierten Eckwerte- Vereinbarung zu kommen. Dazu wird es aber nur kommen, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig sind. Derzeit machen alle Beteiligte ihre "Hausaufgaben" und bereiten sich auf das 2. Fachgespräch intensiv vor. (26.Aug.2005) Nun sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig, dennoch kommt es nicht in absehbarer Zeit zu einem Eckwertegespräch sowie einer neuen, praxisgerechten Verordnung in 2006! Frühestens in 2007 kann man mit einem neuen Pferdewirt rechnen! Frust macht sich breit bei den motivierten Gesprächspartnern, denn das verordnungsgebende Ministerium rechnet mit Bedenken im Verordnungsverfahren, als die gemeinsam vorgetragenen Wünsche aller Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter vorgestellt wurden! Ob die berühmt berüchtigte Kuh vom Eis kommt, wird man bei einem weiteren Fachgespräch am 09.11.2005 in Hannover sowie einer kleinen Runde aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Vertretern der zuständigen Ministerien (Bildung und Landwirtschaft) am 20.09.2005 sehen. Nur eines, da sind sich alle Arbeitgeber und Arbeitnehmervertreter einig, wird es nicht geben: Eine Verordnung, die nur auf dem Papier steht und an die sich dann sowie so keiner halten wird und kann! |
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| Fachgespräche
muss man vorbereiten(5.Jul.2005)
Nur wenn man sich gut vorbereitet, kann man auch überzeugend argumentieren. Deshalb trifft sich die aus anerkannten Bildungs- und Pferdeexperten (allesamt mit Stallgeruch) besetzte Arbeitsgruppe der IG BAU am 19.07.2005 in Hannover, um das Fachgespräch vom 25.08.2005 in Bonn vorzubereiten. Neben vielen Detailfragen steht ganz oben auf der Beratungsliste die zukünftige Struktur des neuen Pferdewirtes. Am Ende eines langen Arbeitstages steht ein überarbeiteter Eckwertevorschlag auf dem Computer der mehrheitlich ehrenamtlich arbeitenden IG BAU- Mitglieder. Mal sehen, was die anderen dazu sagen? (26.Aug.2005) Um es gleich zu beantworten: Sie waren begeistert. Praxisgerecht, hilfreich, innovativ, das waren die Kommentare aller Teilnehmer am 2. Fachgespräch. Dann hat sich die Arbeit ja gelohnt. Jetzt muss nur noch das verordnungsgebende Ministerium überzeugt werden. Mal sehen ... . |
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| "Kleines"
Fachgespräch(20.09.2005)
Nach dem für alle Seiten frustrierenden Fachgespräch vom 26.08.2005 muss doch wieder Schwung in die Neuordnung des Pferdewirtes zu bekommen sein! Lust statt Frust! Mit diesem festen Willen trafen sich die Spitzen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer zusammen mit je einem Vertreter bzw. Vertreterin des verordnungsgebenden Ministeriums (Landwirtschaft) sowie des Ministeriums für Bildung und Forschung. Frohe Kunde aus Bonn: Die Kuh, besser gesagt das Pferd, ist wohl vom Eis! Alle Beteiligten der Sitzung in Bonn einigten sich auf den Monoberuf Pferdewirt mit verschiedenen, neuen und bewährten Fachrichtungen. In der gemeinsamen Grundqualifikation aller Pferdewirtauszubildenden werden dann zwar die selben Fertigkeiten und Kenntnisse formuliert, die aber in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben mit den unterschiedlichen Fachrichtungen erworben werden können. Bei einigen Grundqualifikationen wird dieses in der Verordnung auch konkret so formuliert, damit die Verordnung die Ausbildungswirklichkeit korrekt beschreibt und so eine höhere Akzeptanz bei den Betroffenen, besonders den Auszubildenden und deren Ausbildern, erhält. Beispielsweise könnte der Ausbildungsinhalt Bewegen und Arbeiten von Pferden mit dem Zusatz formuliert werden, dass man/frau dieses entweder mit Sportpferden oder Zuchtpferden, Westernpferden, Rennpferden, ... erlernt und dann in der Zwischenprüfung auch so nachweist. Im letzten Ausbildungsabschnitt werden dann die jeweiligen Fertigkeiten und Kenntnisse, je nach gewählter Fachrichtung, noch weiter individuell vertieft. Nach dieser Struktur könnte man dann mit dem Pferdewirt in der Fachrichtung Reiten oder Zucht oder Rennreiten, oder ... abschließen. Soweit das Ergebnis des "kleinen" Fachgespräches in Bonn, das dann noch am 17.10.2005 gemeinsam von Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit Inhalt gefüllt werden muss. Wenn das so klappt und alle Beteiligten ihre Zustimmung geben, dann kann es am 09.11.2005 doch noch zum erhofften offiziellen Eckwertegespräch kommen und damit dann das offizielle Neuordnungsverfahren mit der Arbeit der Sachverständigen beginnen. Vorher mahnt die IG BAU aber noch an, sich ganz konkret über die Einführung von überbetrieblichen Ausbildungen, z.B. zwei Wochen innerhalb der Berufsausbildung, zu verständigen, damit die schon jetzt geübte Praxis der komprimierten Berufsausbildung (Vorbereitungslehrgänge, Prüfungslehrgänge, usw.) endlich aus einer Grauzone kommt und so rechtlich eindeutig in der neuen Pferdewirt-Verordnung geregelt wird. |
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Abb. Uni Bern |
Der neue Pferdewirt steht auf der
Kippe!(17.10.2005)
Obwohl die Praktiker sich einig sind, dass zu einer qualifizierten Pferdewirtausbildung auch überbetriebliche Ausbildung gehört, lehnen die landwirtschaftlichen Arbeitgeber plötzlich eine entsprechende Regelung in der Verordnung ab. Das kommt überraschend und ist ein wenig unverständlich, weil der viel gelobte Eckwertevorschlag der IG BAU von Anfang an eine überbetriebliche Ausbildung vorsah (s. Apr. 2005) und nun kurz vor einer Einigung das NEIN sehr wahrscheinlich geworden ist. Viele am Verhandlungstisch waren fassungslos und sehen ihre umfangreichen Vorarbeiten, so kurz vor der Einigung, schon im berühmt berüchtigten Papierkorb. Was tun? Abreisen? Aufhören? Weitermachen? Auf Wunsch aller Anwesenden wurden dann alle weiteren Eckwerte einvernehmlich geregelt und festgeschrieben, bis auf die überbetriebliche Ausbildung. Das letzte Wort wollen bis Ende Oktober die Arbeitgeber dann schriftlich abgeben. Eigentlich sollte schon Anfang November der offizielle Neuordnungsbeginn vereinbart werden. Mal sehen, ob die Arbeitgeber diesen Termin absagen? Der einhellige Wunsch aller Anwesenden ist jedoch, dass die Arbeitgeber sich ein wenig zu einem Kompromiss durchringen können, damit der neue Pferdewirt dann doch noch kommen kann. Gerade im Beruf Pferdewirt ist eine eindeutige Regelung notwendig, weil alle Praktiker wissen, dass es in einem nicht zu vernachlässigen Umfang Wildwuchs in der Berufsausbildung zum Pferdewirt gibt (60 h/Woche, 2 Tage frei im Monat, keine Schutzkleidung, Berufsschulverbot, usw.), bei dem nicht selten die Azubis die Suppe auslöffeln müssen. Nicht umsonst ist die Durchfallerquote im Beruf Pferdewirt doppelt so hoch wie in anderen landwirtschaftlichen Ausbildungsberufen. Was ganz besonders auffällig ist, dass es beim Pferdewirt eine bis zu 80%ige Abbrecherquote gibt! Warum wohl. Vielleicht bewegen sich die Arbeitgeber ja doch noch und lassen sich von den guten Argumenten der Praktiker leiten? Übrigens: Bei einem Turnier wäre das Verfahren einfacher: Eine Verweigerung bringt Strafpunkte ... |
Derzeit
geht gar nichts! (5.11.2005)
Das verordnungsgebende Ministerium hat nicht zum Eckwertegespräch laden können, da sich die Arbeitgeber nicht annähernd zu einem angemessenen Kompromiss bei der Überbetrieblichen Ausbildung durchringen wollten. Aber auch ohne Einigung bei der Überbetrieblichen Ausbildung passieren seltsame Dinge. Obwohl mit Bildungs- und Landwirtschaftsministerium ausdrücklich abgesprochen (s. 20.09.20059) und unter ausdrücklicher Zustimmung ("Da müssen wir uns alle einig sein!") des Arbeitgebervertreters werden jetzt schon wieder die Fachrichtungen in Frage gestellt, die in mühsamer Diskussion erarbeitet wurden. Befragt man derzeit die bei der Neuordnung beteiligten Praktiker, die, die tatsächlich Stallgeruch haben, dann registriert man nur noch Kopfschütteln. Ein Großteil der engagiert mitarbeitenden Pferdeleute hat den Spaß und den Glauben an eine Neuordnung verloren, denn alles was bisher in mühevoller Detailarbeit erarbeitet wurde, ist nur noch Schmierpapier!! Eine innovative Neuordnung wird es so jedenfalls nicht geben, denn es steht zu befürchten, dass sich die wirklichen Fachleute von einem erfolglosen Verordnungsverfahren trennen werden und nicht mehr bereit sind, ihre knappe Zeit mit nutzlosen Diskussionsrunden zu vergeuden. Schade, wenn Chancen so vertan werden... . Übrigens: Dabei weiß jeder Stallmeister: In dem man Pferde gegen die Wand reitet, löst man keine Probleme. Ganz im Gegenteil! |
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Was gilt eigentlich noch? (26.11.2005)
Mit Schreiben vom 21.11.2005 bedauert das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, dass es zu keiner Einigung bei der Vorlage eines gemeinsames Eckdatenpapiers im Neuordnungsverfahren des Berufes Pferdewirt gekommen ist. Soweit richtig. Weiter wird erklärt, "dass nach Auffassung der Bundesressorts eine Untergliederung dieses Berufes in acht Fachrichtungen - auch mit Blick auf die Zahl der Auszubildenden - als zu weitreichend und nicht sachgerecht angesehen wird. Eine Erklärung wird hierfür nicht geliefert" Ups, noch beim sog. "Kleinen" Fachgespräch am 20.09.2005 wurde vom Landwirtschafts- und Bildungsministerium den anwesenden Teilnehmern nach anfänglichem "Knurren" mitgeteilt, dass, vorbehaltlich die jeweiligen Fachrichtungen sind in der Lage, ihren Bedarf glaubhaft nachzuweisen, die bisher diskutierten Fachrichtungen in ein Eckwertepapier aufgenommen werden dürfen! Entsprechend wurde das Eckwertepapier vorbereitet. Das gilt nun nicht mehr! Was schert mich mein Gerede vom Vortag? Alle Arbeit umsonst! Wie geht man/frau eigentlich mit uns zukünftigen Bundessachverständigen um, die hart in ihrer Freizeit gearbeitet hatten? Übrigens: Haben diejenigen Mahner doch recht, die schon bei Beginn des Neuordnungsverfahren geunkt hatten, bloß nicht zu viel Arbeit und Engagement in das Neuordnungsverfahren zu stecken? |
Der Streitfall: Überbetriebliche Ausbildung (26.11.2005) Fast alle Pferdewirtauszubildenden in Deutschland kommen in den Genuss zusätzlicher Lehrgänge (Deula, Deutsche Reitschule, Landesreitschule, Jockeyschule, Vielseitigkeitslehrgang, ...) und alle Beteiligten wissen, dass es ohne diese zusätzlichen Ausbildungen eigentlich nicht geht. Nur standen diese bisher rechtlich auf ganz wackeligen Schuhen, und deshalb haben vereinzelt Ausbildungsbetriebe diese zusätzlichen Kurse nicht bezahlt. Die Azubis standen buchstäblich im Regen: Entweder auf die prüfungsrelevanten Ausbildungsinhalte verzichten oder aber selber zahlen! Deshalb hat die IG BAU von Anfang an eine Überbetriebliche Ausbildung (ÜA) bei der Neuordnung zum Pferdewirt vorgesehen, bei der die Finanzierung eindeutig festgelegt ist. Dagegen wehren sich bekanntlich die Arbeitgeber und nun auch das Landwirtschaftsministerium: So wird schriftlich darauf aufmerksam gemacht, dass dies grundsätzlich nur bei Vorliegen entsprechender tariflicher Vereinbarungen der Sozialpartner geschehen soll. Dabei steht im neuen Berufsbildungsgesetz: "Die Ausbildungsordnung kann vorsehen, dass Teile der Berufsausbildung in geeigneten Einrichtungen außerhalb der Ausbildungsstätte durchgeführt werden, wenn und soweit es die Berufsausbildung erfordert (überbetriebliche Berufsausbildung)" (§ 5 BBiG). Warum wehrt sich das Ministerium eigentlich so gegen die überbetriebliche Ausbildung?
Übrigens: "Das duale Bildungssystem ist nur überlebensfähig, wenn es zu einem Prämiumsystem wird!" (Dr. Bernd Voigt, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie)
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Pferdewirtausbildung: Rückfall in die Steinzeit? |
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Doch noch die Kurve gekriegt?(09.12.2005)
Die besinnliche Weihnachtszeit scheint es geschafft zu haben: Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich doch noch auf einen gemeinsamen Eckwertevorschlag für die Neuordnung der Pferdewirtverordnung einigen können und werden diesen noch in dieser Woche dem verordnungsgebenden Ministerium vorlegen. Wenn dort in Bonn auch der friedliche Duft von Spekulatius und Punsch durch die Büros zieht, kann es dann tatsächlich in Kürze zum verbindlichen Antragsgespräch kommen, mit dem die offizielle Neuordnung des Berufes Pferdewirt dann beginnen kann. Na denn, Friedliche Weihnachtszeit! |
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Geeinigt - Nur keiner weiß es! (15.12.2005)
Obwohl die Sozialpartner den Konfliktfall "Überbetriebliche Ausbildung" gelöst haben, passiert einfach gar nichts - einfach gar nichts. Nicht einmal die Arbeitgebervertreter der vorherigen Fachgesprächen wissen, was läuft, keiner hat sie informiert. Dabei wissen die Gewerkschafter längst, dass die Kuh vom Eis ist und warten, warten und warten ... Bleibt leider fest zu halten, dass die Chance, in der Verordnung zum Pferdewirt eine qualifizierende, überbetriebliche Ausbildung zu regeln, endgültig vergeben ist. Darüber klagen übrigens nicht nur die Gewerkschaftsvertreter, sondern auch renommierte Arbeitgebervertreter, die sich immer lauter fragen, wie sie eigentlich von ihrem Verband vertreten werden. |
Der
Winter dauert in diesem Jahr bekanntlich länger! (25.03.2006)
Im April schein allgemein der Winterschlaf beendet zu sein: Das Landwirtschaftsministerium bittet um einen Termin zu einem vorbereitenden Eckwertegespräch, das, falls die Vorbehalte des Ministeriums gelöst werden können, in ein Eckwertegespräch übergehen kann. Über welche Vorbehalte reden wir eigentlich? Wäre es nicht wichtig, sich vorher mit diesen Fragen auseinander zu setzen? Gut vorbereitet diskutiert sich besser!? Die Vertreter der IG BAU sind ein wenig irritiert, denn Ende März 2006 wissen fast alle Arbeitnehmervertreter der vorbereitenden Neuordnungsgespräche nicht, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einen Eckwertevorschlag geeinigt haben. Von einer Terminsuche ist auch nichts bekannt. ... Der Winter dauert in diesem Jahr bekanntlich etwas länger. |
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Es geht tatsächlich weiter!? (04.05.2006)
Nach unendlich langen Termindiskussionen ist es doch tatsächlich gelungen, ein neues Fachgespräch ein zu beraumen. Dabei meint das Landwirtschaftsministerium: "Ausdrücklich soll dieses Fachgespräch, unter dem Vorbehalt, dass die offenen Punkte geklärt werden können, unter der Option geführt werden, es in ein Antragsgespräch münden zu lassen. Termin: 2. Jun. 2006, 10:30 - 13:30. Sollte es doch tatsächlich weiter gehen? |
Beim
Landwirtschaftsministerium gibt es VIPs...(30.05.2006)
...und die anderen bleiben dumm! Kurz vor dem lang ersehnten Fachgespräch, mit der Hoffnung, die Eckwerte für den neuen Pferdewirt beschließen zu können, platzt eine Bombe: Ein Teil der Arbeitgeber trifft sich heimlich mit dem Vertreter des Landwirtschaftsministerium. Auf dem Programm steht ein ganz neuer Zuschnitt des Berufes! Obwohl das Land- und Bildungsministerium den gemeinsamen Vorschlag der Sozialpartner am 20.09.2005 genehmigt hatten, unendlich viel Zeit und Geld von den Sozialpartnern investiert wurde, ist die gesamte Arbeit wohl Makulatur! So geht es nicht! Am Freitag diskutieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht auf Augenhöhe und nicht mit dem selben Sachstand! Es wird gut informierte und weniger gut informierte Teilnehmer beim Fachgespräch geben. Die einen sind eben die VIPs, die anderen sind halt das Fußvolk! Unmut macht sich breit, Gerüchte kreisen und von Konsequenzen ist die Rede! Die Stimmung ist explosiv. |
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Wenn Ministerialbeamte am Schreibtisch
entscheiden:
Einheitssuppe Pferdewirt!(02.06.2006) Wer bestimmt eigentlich, wie der neue Pferdewirt aussehen soll? Beamte der Ministerien, die alle schon einmal ein Pferd gestreichelt haben oder Praktiker, die täglich erfolgreich mit Pferden umgehen und selber auch ausbilden? Die derzeitige Lage ist verfahren. Auf den Punkt gebracht geht es darum, ob sich Praktiker mit Stallgeruch oder Ministerialbeamte mit Bürogeruch durchsetzen. Worum geht es eigentlich? Während alle Praktiker möchten, dass es zukünftig auch noch einen Pferdewirt Bereiten, Pferdewirt Westernreiten, Rennreiten, usw. gibt, weigern sich die Ministerialbeamten hartnäckig, diese Unterteilung mit zu tragen. In den Bürostuben hat man sich darauf versteift, nur noch einen Pferdewirt in der Fachrichtung Reiten zuzulassen, egal, ob er auf der Rennbahn, dem klassischen Dressurviereck, der Töltbahn, der Westernarena, dem Fahrviereck, der barocken Manege oder dem Longierzirkel gelernt hat, auf dem Abschlusszeugnis wird immer das selbe stehen: Pferdewirt in der Fachrichtung Reiten. Die Praktiker der IG BAU und der Arbeitgeber sind entsetzt! Zukünftig soll nicht einmal mehr aus der Berufsbezeichnung deutlich werden, ob es sich um einen Westernreiter, Rennreiter oder Bereiter handelt! Woran werden Kunden dann zukünftig erkennen, ob ihnen ein Rennreiter, Westernreiter oder ein klassischer Bereiter ihr Pferd ausbildet? Woran können Eltern erkennen, ob eine versierte Fachkraft ihren Kindern qualifizierten Reitunterricht erteilt und übrigens auch über deren Gesundheit entscheidet? Woran kann ein Arbeitgeber dann einschätzen, wen er da einstellt? Wie kann ein Gerichtsgutachter noch beurteilen, ob ein Reitlehrer eine qualifizierte Ausbildung hat? Das Problem der Diskussion, die sich immer nur im Kreise dreht und eine zweijährige Vorbereitung einfach über den Haufen wirft, ist, dass viele Dinge, die einmal von den Ministerialbeamten gesagt wurden, plötzlich nicht mehr gelten! Die Praktiker sind schier sprachlos, dass... ... das "Ok" zur Struktur des neuen Pferdewirtes angeblich nie gegeben wurde, obwohl alle wissen, dass es die Genehmigung gab. Warum wurde eigentlich genau von dieser Sitzung nie ein Protokoll geschrieben? ... Teilnehmer bei dem Fachgespräch am 02.06.2006 behaupten, bei allen Sitzungen der letzten zwei Jahre dabei gewesen zu sein, obwohl sie keiner kennt. ... genau vor einem Jahr vom Ministerium für den jetzt von Arbeitgebern und Arbeitnehmern vorgelegten Eckwertevorschlag geworben wurde, dass sich die klassischen Reiter jetzt endlich wieder Bereiter nennen dürfen. Nur ein Jahr später soll dieser Begriff nicht mehr zulässig sein. ... plötzlich sich ganz viele Ministerialbeamte als Hippologen outen und früher auch schon mal mit dem Pony ein Wägelchen gefahren haben. Wenn Pferdefreunde, die glauben, alles zu überblicken, Hippologen die Welt erklären wollen, wird es schwierig. ... alle erstmalig zum Fachgespräch geladenen Teilnehmer unisono gegen das sind, was von der IG BAU und den Arbeitgebern in zwei Jahren erarbeitet worden ist. Sauber in Einzelgesprächen gegen den Eckwertevorschlag der Sozialpartner vorbereitet? Das ist das Ergebnis, wenn vor den Türen mehr geredet wird, als hinter den Türen, wenn nur mit ausgewählten Gesprächspartnern und nicht offen mit allen Teilnehmern gesprochen wird. Schon letzte Woche mussten die Praktiker erkennen, dass es offensichtlich VIPs beim Ministerium gibt. Eine Verhandlungsführung, die grundsätzlich Misstrauen erzeugt und niemals Transparenz schafft. Kurz vor Abbruch des Fachgespräches machen dann die nach Pferd riechenden Praktiker der IG BAU einen entscheidenden Vorschlag, mit dem alle Seiten eigentlich leben können müssten: 5 Fachrichtungen im neuen Pferdewirt: Zucht - Management - Bereiten - Pferderennen - Spezialpferdereiten. Die Ministerialbeamten versprechen, diesen Kompromissvorschlag weiter prüfen zu lassen, nachdem alle Praktiker deutlich machten, dass sie mit diesem Kompromissvorschlag durchaus leben könnten. Alles wird gut? Was der Stallmeister schon wusste: (Büro)- Staub muss im Pferdestall unbedingt vermieden werden, denn er macht Pferde dämpfig. Und dämpfige Pferde sind meist ein Fall für den Schlachter! |
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Winterruhe(07.01.2007)
Es ist schon wieder Winter, es ist schon wieder ein Jahr vergangen. Aber bei der Neuordnung des Berufes Pferdewirt passiert gar nichts, rein gar nichts. Zwei Jahre ohne irgendein Ergebnis. Auf der Homepage des Bundesinstitut für Berufsbildung steht übrigens, dass es 2008 eine neue Pferdewirtverordnung gibt. Wer hat das denn geschrieben? Bleigießen am Sylvesterabend? Die Sozialpartner sind sich immer noch einig aber ratlos. |
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Schneckenwirt (01.06.2007)
Der Pferdewirt gerät in Vergessenheit. Alt und verstaubt wird er bleiben. Weder Arbeitgeber noch Ministerium rühren sich. Pferdewirt oder Schneckenwirt? |
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Arbeitgeber machen ihre Hausaufgabe nicht!
(23.06.2007)
Genau 1 Jahr ist es her, dass Arbeitgeber und FN versprochen haben, inhaltlich die geplanten 5 Fachrichtungen (Zucht - Management - Bereiten - Pferderennen - Spezialpferdereiten) zu beschreiben und so ihre Notwendigkeit zu begründen. Die IG BAU, die seinerzeit sich mächtig für die Fachrichtungen im Beruf Pferdewirt einsetzte und auch den Kompromissvorschlag auf den Tisch legte, fragte jetzt beim Landwirtschaftsministerium nach, warum im Beruf Pferdewirt denn nichts passiert. Die Antwort des Ministeriums löste einiges Erstaunen aus: Seit einem ganzen Jahr wartet das Ministerium auf ein Argumentationspapier der Arbeitgeber und der FN. Bisher vergebens. Fachleute des Ministeriums haben sogar den Verdacht, dass die Arbeitgeber mauern und nicht wirklich einen modernen Pferdewirt wollen. Auf jeden Fall ist man in Bonn der Meinung, dass der Beruf Pferdewirt durch die fehlenden Hausarbeiten der Arbeitgeber mittlerweile Schaden nimmt. Noch ist es möglich, die nicht abgegebenen Hausaufgaben noch bis zum Schuljahresende abzugeben. Sonst heißt es: Klassenziel nicht erreicht, nicht versetzt! In diesem Falle würde das Ministerium selber den Beruf neu ordnen, ohne die Arbeitgeber. |
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Notstand: Beim Bauernverband sind die
Briefmarken hinter die Heizung gefallen!(09.02.2008)
Wenn die Gerüchte in den Pferdeställen stimmen, dann gibt es schon seit Ende 2007 einen Eckwertevorschlag der Arbeitgeber. Aber leider fehlen scheinbar die Briefmarken, um den Eckwertevorschlag zur Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt zu senden. Mittlerweile sind die Verzögerungen der Arbeitgeber nicht mehr nachvollziehbar! Oder doch nur Taktik? Sagen die Arbeitgeber nicht immer, sie wären schneller, unbürokratisch, effizienter, innovativer, weil sie ja privatwirtschaftlich arbeiten müssen und deshalb den Gewerkschaften haushoch überlegen sind? www.pferdewirtpruefung.de ist natürlich bereit, dem Deutschen Bauernverband die Portokosten zu erstatten, damit die Gewerkschaft endlich Post bekommt und die Pferdewirte ein ordentliches Berufsbild. Versprochen! Wir helfen! Wir sind Deutschland! Wir lassen den Bauernverband nicht im Stich! |
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Tari- Tara, die Post ist da!(04.03.2008)
Am 18.02.2008 ist doch tatsächlich Post vom Deutschen Bauernverband bei der Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt eingegangen: Der Eckdatenvorschlag liegt vor und kann von den Sozialpartnern diskutiert und dann abgestimmt werden. Damit wird die Grundvoraussetzung geschaffen, zu einer neuen Verordnung zu kommen. Wenn man so bedenkt, dass der erste Tagebucheintrag vom April 2005 stammt und darin berichtet wurde, dass die Gewerkschaft mit einem Neuordnungsvorschlag die notwendige Reform des Berufes Pferdewirt einläutete ... |
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Jetzt geht's los!(16.04.2008)
Heute ist ein guter Tag für die Pferdewirte! Die beiden Sozialpartner, die Pferdewirtgewerkschaft Bauen Agrar Umwelt und der Deutsche Bauernverband haben sich entschlossen, einen gemeinsamen Eckwertevorschlag dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorzulegen und bitten das Ministerium um einen raschen Termin für ein Fachgespräch, welches möglichst in einem offiziellen Antragsgespräch münden sollte. Das Antragsgespräch ist dann der offizielle Startschuss für die Arbeit der Sachverständigen, die dann in einem knappen Jahr die neue Verordnung erstellen werden. |
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