Pferdewirt/-in
Was
machen Pferdewirte?
Für
wen ist der Job geeignet?
Was
ist besonders gut?
Wie
ist die Ausbildung aufgebaut?
Was
kann ich aus dem Beruf später einmal machen?
Kurzinfo
Wo
gibt es weitere Infos?
Was machen Pferdewirte?
Pferde begleiten den Menschen schon seit Tausenden von
Jahren: in der Landwirtschaft, dem Verkehr und Militär haben
sie eine wichtige Rolle gespielt. Mit zunehmender
Motorisierung und Technisierung wurden Pferde aus dem alltäglichen
Leben immer mehr verdrängt. Die enge Beziehung zwischen Pferd
und Mensch zeigt sich aber nach wie vor in Sport und Freizeit.
Je nach Einsatzzweck werden unterschiedliche Pferderassen gezüchtet:
vom langbeinigen, grazilen Rennpferd bis zum gutmütigen und
kräftigen Reitpferd. Pferdewirte kümmern sich um die Fohlen,
Stuten und Deckhengste. In Reitschulen geben sie Unterricht
und versorgen die Pensionspferde. In Renn- und Trainingsställen
trainieren sie die Galopp- und Trabrennpferde. Die
Einsatzbereiche für Pferdewirte sind also sehr vielseitig. Für
alle gilt aber: die Pferde stehen an erster Stelle. Aufgrund
der unterschiedlichen Aufgaben werden Pferdewirte in einer der
vier Schwerpunkte ausgebildet:
- Pferdezucht- und -haltung
- Reiten
- Rennreiten
- Trabrennfahren
Pferdewirte ...
- versorgen, pflegen, führen und transportieren Pferde
- bilden Reitpferde aus und trainieren sie
- kennen Körperbau, Lebensvorgänge und Verhalten der
Pferde und wissen z. B. wie Futtermittel zusammengestellt
sein muss
- haben Grundkenntnisse in Tiergesundheit und –hygiene und
behandeln z. B. Wunden, legen Verbände an, pflegen Hufe,
halten den Stall sauber, reinigen und pflegen Ausrüstung
und Zubehör
- kennen die unterschiedlichen Arten der Pferdehaltung
- setzen bei ihrer Arbeit Maschinen und Geräte ein
Pferdewirte mit dem Schwerpunkt Pferdezucht- und
-haltung ...
- versorgen die Fohlen, Mutterstuten und Deckhengste, füttern,
tränken und reinigen sie regelmäßig
- betreuen trächtige Stuten und helfen bei der Geburt
- wissen, worauf es bei Fortpflanzung, Züchtung, Vererbung
und Rassenkunde ankommt
- kennen die rechtlichen Bestimmungen über Pferdezucht und
-haltung
Pferdewirte mit dem Schwerpunkt Reiten ...
- versorgen die Reitpferde vor und nach dem Turnier, füttern,
tränken und reinigen sie regelmäßig
- satteln die Pferde, legen das Zaumzeug an und bandagieren
sie
- bilden Pferde in Dressur, Springen, Reiten im Gelände und
Jagdreiten bis zur Klasse L (leichte Anforderungen) aus und
trainieren sie
- erteilen Anfängern und Fortgeschrittenen Reitunterricht
- wissen, wie der Turniersport organisiert ist und kennen
die rechtlichen Grundlagen der Rennordnung
Pferdewirte mit dem Schwerpunkt Rennreiten ...
- versorgen die Galopprennpferde vor und nach dem Rennen, füttern,
tränken und reinigen sie regelmäßig
- satteln die Pferde, legen das Zaumzeug an und bandagieren
sie
- bilden Galopprennpferde aus und trainieren sie, reiten Jährlinge
an, reiten Galopprennpferde im Rennen
- wissen, wie der Galopprennsport organisiert ist und kennen
die rechtlichen Grundlagen der Rennordnung
Pferdewirte mit dem Schwerpunkt Trabrennfahren ...
- versorgen die Trabrennpferde vor und nach dem Rennen, füttern,
tränken und reinigen sie regelmäßig
- spannen die Pferde an
- bilden Trabrennpferde aus und trainieren sie, fahren sie
vor dem Rennen warm, fahren auch selbst Rennen
- wissen, wie der Trabrennsport organisiert ist und kennen
die rechtlichen Grundlagen der Trabrennordnung
Pferdewirte arbeiten je nach Ausbildungsschwerpunkt für
...
- Gestüte
- Reitschulen
- Reitvereinigungen
- Renn- und Trainingsställe
- landwirtschaftliche Pferdehaltungsbetriebe und
Pensionspferdehaltungen
Dort werden sie in der Regel auch ausgebildet.
Für wen ist der Job geeignet?
Bewerber sollten ...
- über "Pferdeverstand" verfügen, also bereit
sein, sich in das Verhalten von Pferden hineinzuversetzen,
sich gegenüber den Vierbeinern aber auch durchsetzen können,
schnell reagieren und ausgeglichen sein
- Reitkenntnisse und reiterliches Talent haben
- zupacken können
- bereit sein, auch am Wochenende und an Feiertagen zu
arbeiten
- beim Schwerpunkt Rennreiten: zu Beginn der Ausbildung
nicht mehr als 45 bis 50 kg wiegen
Nicht geeignet ist die Ausbildung...
- für diejenigen, die Arbeitszeiten wie bei "Bürojobs"
erwarten, die Bedürfnisse der Pferde richten sich nicht
immer nach einem festen Arbeitsplan
- bei Allergien gegenüber Tierhaaren
- bei hohem Übergewicht
Was ist besonders gut?
- genau das Richtige für alle "Pferdenarren"
- die vielseitigen Tätigkeiten
Wie ist die Ausbildung aufgebaut?
Zugangsvoraussetzung
Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den
Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber
einen Hauptschulabschluss. Manche auch die Fachoberschulreife
(Mittlere Reife). Lehrbetrieb und Auszubildender entscheiden,
in welcher der vier Schwerpunkte die Ausbildung erfolgt:
- Pferdezucht- und -haltung
- Reiten
- Rennreiten
- Trabrennfahren
Nach dem ersten Ausbildungsjahr findet eine Zwischenprüfung
statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener
Abschlussprüfung.
Ausbildungsvergütung
Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist je nach
Wirtschaftsbereich und Region, manchmal sogar je nach
Unternehmen sehr unterschiedlich. Die jeweiligen Tarifpartner,
also die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften, vereinbaren,
wie viel Sie während und nach Ihrer Ausbildung verdienen. Sie
können Ihnen genaue Auskünfte geben. Welcher
Arbeitgeberverband bzw. welche Gewerkschaft für Ihren
Ausbildungsberuf zuständig ist, erfahren Sie zum Beispiel
beim Arbeitsamt vor Ort .
Was kann ich aus dem Beruf später einmal machen?
Eine berufliche Ausbildung ist der erste Schritt ins
Berufsleben. Danach geht’s weiter, beispielsweise als
Fachagrarwirt. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbständigkeit
sein. Klar ist: Keiner muss sein Leben lang immer im gleichen
Job dasselbe tun. Im Gegenteil: Wer heutzutage gute Chancen
auf dem Arbeitsmarkt bzw. als selbständiger Unternehmer haben
will, muss flexibel sein und sich regelmäßig weiterbilden.
Es gibt jede Menge Lehrgänge, Kurse oder Seminare, um sich zu
spezialisieren, z. B.
- Tierzucht – künstliche Besamung
- Dressurreiten
- Betriebsführung in der Landwirtschaft
Unter bestimmten Voraussetzungen, z. B. mehrjähriger
Berufserfahrung, sind verschiedene Fort- und Weiterbildungen möglich,
u.a.:
- Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung von
Azubis)
- Pferdewirtschaftsmeister/-in
- Fachagrarwirt/-in
Nach dem Besuch einer Fachoberschule ist das Studium an
einer Fachhochschule (FH) möglich, u.a.:
- Dipl.-Ingenieur/-in Landwirtschaft
Kurzinfo
Pferdewirte ...
... versorgen, pflegen, führen und transportieren Pferde,
bilden Reitpferde aus und trainieren sie, kennen Körperbau,
Lebensvorgänge und Verhalten der Pferde
Besonders gut ist ...
... dass es genau das Richtige für alle
"Pferdenarren" ist
Bewerber/-innen sollten ...
... bereit sein, sich in das Verhalten von Pferden
hineinzuversetzen, sich gegenüber den Vierbeinern aber auch
durchsetzen können, schnell reagieren und ausgeglichen sein,
Reitkenntnisse und reiterliches Talent haben, zupacken können,
bereit sein, auch am Wochenende und an Feiertagen zu arbeiten,
beim Schwerpunkt Rennreiten: zu Beginn der Ausbildung nicht
mehr als 45 bis 50 kg wiegen
Wer bildet aus?
Gestüte, Reitschulen, Reitvereinigungen, Renn- und
Trainingsställe
Dauer der Ausbildung?
3 Jahre
Verdienst während der Ausbildung und im Beruf?
Auskünfte dazu geben Kammer, Arbeitsamt, Berufsverband,
Arbeitgeberverband und Gewerkschaft.
Berufliche Aufstiegschancen?
z.B.: Ausbilder/-in (verantwortlich für die Ausbildung
von Azubis), Pferdewirtschaftsmeister/-in, Fachagrarwirt/-in,
Dipl.-Ing. Landwirtschaft
|
|