Reitlehrer - Karriere hoch zu Roß ist stark
gefragt 70 Bewerber für zwei Lehrstellen |
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Warendorf - "Pferde haben eine ganz
besondere Ausstrahlung", schwärmt Thies Kaspareit. "Sie sind
anmutig, groß, schön und sehr stark". Aktuelle
Jobangebote für diesen Beruf So
wie Kaspareit, Leiter der Deutschen Akademie des Pferdes in Warendorf in
Westfalen, fühlen sich viele Menschen zu den sensiblen Vierbeinern
hingezogen.
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Pferdewirt |
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Für den "Pferdewirt mit Schwerpunkt
Reiten", wie der Berufsreiter offiziell bezeichnet wird, stehen die
Arbeit und das Zusammensein mit dem Pferd im Mittelpunkt. "Pferde
kennen keinen Acht-Stunden-Tag, und wer mit Tieren umgeht, läßt sich
immer auf eine große Verantwortung ein", sagt Thies Kaspareit. "Aber die Harmonie
von Mensch und Tier zu erleben, das ist eine ganz besondere
Erfahrung." Weil Reitlehrer aber nicht nur vierbeinige, sondern auch
zweibeinige Schützlinge betreuen, brauchen sie großes pädagogisches
Geschick, Einfühlungsvermögen und Geduld. "Gute Reiter und
Reitlehrer suchen übrigens Fehler immer zuerst bei sich selbst - und
nicht bei ihrem Pferd", sagt Kaspareit. |
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Erfahrung
wird vorausgesetzt |
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Wer sich für die Ausbildung zum
Berufsreitlehrer interessiert, sollte fundierte Reitsportkenntnisse und
eine sehr gute Reitausbildung mitbringen. Auch mehrjährige
Turniererfahrung kann beim Einstieg in den Beruf von Vorteil sein. Am
meisten aber zählen reiterliches Talent und eine natürliche Begabung, um
sich im oftmals großen Bewerberfeld durchsetzen zu können. "Die Nachfrage übersteigt
bei weitem das Angebot", sagt Hannes Müller. "Auf zwei
Lehrstellen kommen allein in meinem Betrieb etwa 70 Bewerber". Müller
ist Ausbildungsleiter der Deutschen Reitschule in Warendorf, die als
Heimstatt der Berufsreiter in der Bundesrepublik gilt. Hier müssen sämtliche
Prüfungen für Berufsreiter absolviert werden. Etwa zwei Drittel der
Prüflinge sind weiblich. Die extrem große Nachfrage erklärt Müller mit
den Problemen vieler Jugendlicher, in anderen Bereichen eine Lehrstelle zu
finden: "Da liegt dann ein Berufswunsch rund um Tierliebe und Sport
nahe. Das ist zwar wichtig, reicht aber als alleinige
Einstiegsqualifikation nicht aus." |
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Fit
und lernfähig |
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Reitlehrer zu sein, ist ein körperlich sehr
anstrengender Beruf, der eine große Fitness erfordert. "Dieser Job
lebt vor allem von der praktischen Erfahrung", sagt Müller.
"Ein Reitlehrer muß wissen, daß er selbst nie wirklich ausgelernt
hat und für Neues immer offen sein muß". |
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Arbeiten
während der Sportschau? |
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Berufsreitlehrer arbeiten oft auch an
Wochenenden, Feiertagen und zur Ferienzeit - dann also, wenn die meisten
Menschen ihre Freizeit genießen können. Auch der pünktliche Feierabend
ist für Reitlehrer eher die Ausnahme. Freunde oder Verwandte haben dafür
vielleicht nicht immer Verständnis. Wer diesen Berufswunsch hegt, sollte
sich daher gut überlegen, ob er bereit ist, die eigene Freizeitplanung
hinter die beruflichen Anforderungen zu stellen. Die Ausbildung zum
"Pferdewirt mit Schwerpunkt Reiten" dauert in der Regel drei
Jahre. Sie findet in ausgewählten Betrieben und an einer Berufsschule
statt. Bereits nach dem ersten Ausbildungsjahr steht eine Zwischenprüfung
an. Dabei werden die erworbenen Kenntnisse in den Bereichen Pferdehaltung
und Reitlehre überprüft. Vor allem aber muß der angehende Berufsreiter
seine eigenen reiterlichen Fähigkeiten immer wieder unter Beweis stellen.
Wer seinen Abschluß in
der Tasche hat, kann nach drei Jahren praktischer Arbeit den nächsten
entscheidenden Schritt tun: Erst nach Erwerb der Qualifikation zum "Pferdewirtschaftsmeister
- Teilbereich Reitausbildung" ist die Ausbildung zum
Berufsreitlehrer wirklich abgeschlossen. |
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meisterhaft |
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Die Meisterprüfung berechtigt zur Übernahme
von Führungsaufgaben: Der frischgebackene Reitlehrer hat nun zum Beispiel
auch die Möglichkeit, einen Reitverein oder eine Reitschule selbständig
zu leiten. Und von diesem Zeitpunkt an darf er auch selbst Auszubildende
betreuen. |
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Wenige
schaffen es |
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"Viele Menschen fühlen sich zu einer Tätigkeit
mit Pferden berufen, aber nur wenige sind wirklich geeignet", sagt
Ludwig Kühne, der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der
Berufsreiter (BBR) im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband (DRFV) mit Sitz
in Sassenberg bei Warendorf. "Bei den Prüfungen zum Pferdewirt
verzeichnen wir eine Durchfallquote von immerhin 30 Prozent, später möchten
fast 50 Prozent der Anfänger den Beruf wechseln". |
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Viele Einsteiger unterschätzten in ihrer
ersten Begeisterung die vielseitigen beruflichen Anforderungen. Die BBR rät
daher allen Interessierten, bei Zeiten ein Berufspraktikum zu machen -
etwa auf einem Reiterhof. |
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Informationsmaterial
zum Thema "Reitlehrer" gibt es gegen Einsendung von zehn Mark in
Briefmarken bei: Deutsche Reiterliche
Vereinigung im Internet unter der
Adresse www.pferd-aktuell.de, Bundesvereinigung
der Berufsreiter (BBR) |
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Quelle: gms eVITA |
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