Pferdewirtprüfung

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G. aus K.:

Ich bekam Arbeiten aufgehalst  

Ich hab meine Stelle gewechselt:  Leider wurde es in K. immer schlimmer, der Chef war so was von abgrundtief mies. Schon der Vertrag war ein Witz. Einerseits nur 45 Wochenstunden, andererseits nur 20 Tage Urlaub. Das hat er so geschickt gemacht, dass man da wahrscheinlich nichts gegen tun kann.

Man hat ja 4 Wochen Urlaub lt. BUrlG, aber er hat das so geschickt gemacht, dass aus dem Vertrag nicht hervorgeht, dass ich dort eine regelmäßige 6-Tage-Woche habe. Denn dann wären es in meinem Fall nicht 20 sondern 24 Tage Urlaub gewesen. Es ist schon ein Unterschied, ob ich 20 Tage à 7h ausgezahlt bekomme, wenn ich mir meinen Resturlaub auszahlen lasse, oder ob ich 24 Tage (20 à 7 und 4 à 10h) bekomme.

Na ja, egal, jedenfalls ist er sehr mies gewesen. Er hat seine Leute behandelt wie Dreck. Er liebte es, klarzustellen, dass er über allen anderen steht, weil ja angeblich 40 Leute für ihn arbeiten (hat 2 Firmen).

Eine Kollegin von mir hat er auf einen Trainer -C -Kurs geschickt, sich aber geweigert, die Lohnfortzahlung zu leisten, als sie sich dort das Bein brach. Dabei hat sie sich nichts zu Schulden kommen lassen. Er hat sie sogar ohne Angabe von Gründen innerhalb ihrer Krankenzeit gekündigt, obwohl er das lt. ihrem Anwalt nicht darf. Dabei war abzusehen, wann sie wieder arbeiten kann und sie wollte ja auch. Gleichzeitig kündigte er ihr die Box ihres Pferdes.

Als seine Tochter und deren Freund im Sommer 2 Wochen frei hatten, hat er die restlichen Mitarbeiter dermaßen schikaniert, dass eine erwachsene Frau von über 30 Jahren Rotz und Wasser heulte, nachdem er sie so dermaßen zusammen brüllte, dass es die Einsteller mitbekamen. Mich und meine Kollegin hat er ständig verarscht, er hatte so komische Ideen, er müsste jetzt mal Silage fahren und ich müsste ne Stunde daneben stehen und ihm den Wagen hinstellen (ich hätte mir den Wagen selber hinstellen müssen...). Dann ließ er den völlig zerfetzten Ballen auf der Mistplatte liegen (großer Rundballen) und meinte, wir sollen halt aus den großen grünen Karren füttern. Klar, da passen gerade mal 3-4 Portionen rein, wir fahren dann auch für ca. 54 Pferde fast 20x hin und her... Kollegen von mir haben das Teil dann, weil es zu regnen anfing, irgendwie in die Stallgasse gewuchtet, und ein Einsteller hat es tatsächlich geschafft, den Ballen doch noch auf den Wagen zu hieven (das Netz UND die Folie waren komplett zerfetzt, und wir hatten nur so einen Frontlader mit so einer Gabel mit ganz vielen Zinken).

Und so ging es jeden Tag. Er hielt einen über eine Stunde täglich von der Arbeit ab, weil ich entweder den Silagewagen hinschieben musste, oder aber er zwang uns, die ca. 50 Pferde mittags rauszustellen, wenn eigentlich gefüttert werden musste, obwohl es so viel geregnet hatte, dass alles knöcheltief unter Wasser stand. Nur weil die Sonne mal ein bisschen rauskam. Wären die Weiden hinterher ruiniert gewesen, wären wir auch Schuld gewesen...

Die Überstunden wurden nicht gezahlt, ehrlich gesagt hab ich sie auch nicht angegeben. Denn wir mussten in dem Fall so einen Zettel ausfüllen, auf den wir den Grund für die Überstunden schreiben mussten. Da die Überstunden nicht angeordnet waren und ich schlecht als Grund hinschreiben konnte "Chef hat die Überstunden durch ungültige Versuche, Silage zu fahren, verursacht", hab ich es halt gelassen...

Er hat so dermaßen gewütet in der Woche, dass ich mich entschloss, eine neue Stelle zu suchen. Schlimm war auch, dass wir bei schimmligen Silageballen, die nicht mind. zu 1/3 oder so von außen mit fingerdick Schimmel belegt waren, den Schimmel von Hand rausreißen und auf den Misthaufen werfen mussten, den Rest sollten wir dann füttern. Einmal stank ein Ballen dermaßen, dass sogar eine Einstellerin sagte, der ganze Stall stinkt nach Kotze (sorry...).  Als ich dann mal kurz rausging und wieder reinkam war es, als liefe ich gegen eine Wand.

Auf alle Fälle wurde er dann richtig assi. Ich bekam dann Arbeiten aufgehalst, die eigentlich nicht meine waren (z. B. Box des Pferdes meiner Kollegin misten), meine Arbeitszeiten wurden ohne Rücksprache mit mir (es gab nur ne Info zwischen Tür und Angel) von 7:30-15h und Sa. 7:30-19h auf nachmittags (Mo. bis 20h und sonst bis 22h) verschoben. Angeblich seien viele Aushilfen ausgefallen. In Wirklichkeit wurde ein neuer Pfleger als Ersatz für mich eingearbeitet. In der 2. Woche stand auf einmal der Sonntag statt der Samstag auf dem Plan. Wegen dem besch... Busfahrplan hätte ich so an 2 Tagen unter der Woche und Sonntags mit dem Auto fahren müssen, was mich 21-30 EUR die Woche an Fahrtkosten extra gekostet hätte. Macht zw. 80 und 120 EUR extra im Monat. Zusätzlich zu den ca. 112 EUR im Monat, die ich eh schon fürs Bahnticken lassen musste.

Antwort auf meine Frage, ob ich denn nicht den So. gegen den Sa. tauschen könnte: süffisantes Grinsen und die Aussage, dass die Pferde ihren Zeitplan nicht nach meinem Busfahrplan richteten.

Gott sei Dank hab ich noch in der gleichen Woche ne neue Stelle bekommen. Bei ... in B..

Okay, der Vertrag ist eigentlich auch sittenwidrig, denn wir haben lt. Vertrag regulär eine 60-h-Woche und kriegen keine Überstunden bezahlt, dafür mach ich Turnierbegleitung, wo ich jeden Tag extra Geld (Spesen) kriege und mein Chef ist super spendabel. Er zahlt dann mal zusätzlich ein Essen oder schenkt mir was. Eine Reithose, Stiefeletten, eine Gerte oder ein paar Reithandschuhe. Es sind nun 10 Pferde zu versorgen, aber kein Misten mehr. Nur auf  Turnier, da kommt halt Misten und Füttern dazu. Ansonsten Schritt reiten, Schritt führen, Pferde putzen, Zusatzfutter mischen, Mash zubereiten und füttern, Pferde zum Beritt fertig machen, longieren.

Meine Güte, es muss einen ganzen Haufen Bereiter geben, die ihren Beruf regelrecht hassen. ... Ich aber nicht!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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